[Rezensionsexemplar] Werecat Café von Lea Melcher

Dorothy Murphy, magische Tierärztin aus dem verträumten Hexendörfchen Snickerford, will eigentlich nur eines: Endlich aus dem Schatten ihrer identisch gekleideten Drillingsschwestern treten und sich selbst finden. Ein Friseurbesuch in Canterbury soll der erste Schritt sein – doch stattdessen bringt sie versehentlich einen gefährlichen Werkatzenfluch ins Rollen.
Als sie eine scheinbar herrenlose Katze mit einem Adressanhänger findet, führt dieser sie ins Katzencafé von Canterbury – betrieben vom brummigen und widerwillig charmanten Elliott, der das Café samt Schuldenberg von seiner abgehauenen Ex geerbt hat. Kaum hat Dorothy das Kätzchen dort für eine Stunde untergebracht, wird Elliott gebissen … und verwandelt sich – mit Schnurren, spitzen Zähnen und nächtlichem Jagdtrieb – in eine Werkatze.
Um den Fluch zu brechen, müssen Dorothy und Elliott herausfinden, welche Hexe ihre Krallen im Spiel hatte – und das möglichst heimlich, denn Werkatzen gelten in
der magischen Welt als gefährlich und sind strengstens verboten. Während sie mit zehn Katzen, Schuldenproblemen und geheimen Verwandlungen jonglieren, kommen sich die beiden näher als geplant.

Quelle & Hörprobe

 

Gemütliche Fantasy mit (Wer-)Katzen

Diese Cozy Fantasy habe ich kürzlich auf Netgalley entdeckt und dann innerhalb weniger Tage ausgehört. Von der Autorin hatte ich zuvor bereits zwei rührende Bücher gelesen und rezensiert, zuerst My Dead Sister’s Love Story und dann noch Vielleicht wird ja alles gut. Leider liegen beide schon rinige Jahre zurück. Umso mehr habe ich mich gefreut, nun ein Buch der Autorin in einem meinem Lieblingsgenre zu lesen. Schauplatz ist unsere heutige Welt, davon abgesehen, dass Hexen und auch Werwesen existieren. Als unsere Protagonistin mit einer aufgelesenen Katze in ein Katzencafé stolpert, hat sie keine Ahnung, dass sie den Besitzer dadurch einen Fluch ins Haus bringt–und dadurch für ihn verantwortlich wird, wenn sie nicht will, dass sie Schwierigkeiten mit dem Hexenrat kriegt.

 

Gestaltwandler

Hier wird sich wirklich niemand gruseln, wenn die Umstände für unsere Protagonist*innen auch nicht immer leicht sind. Stattdessen bekommen wir eine menschengroße Werkatze, die sich von Streicheleinheiten durchaus besänftigen lässt und ihre Veränderungen in einem Stilumschwung kaschiert. Was jetzt erstmal etwas willkürlich erscheint, wird in eine wundervollle Geschichte eingewoben, in der unser unverhoffter Katzencafé-Besitzer eine Bindung zu seinen Schüzlingen, aber auch seiner überraschenden Assistenz aufbaut. Der Slow Burn zwischen unseren Protagonist*innen ist zuckersüß und zugleich reizend. Sie ergänzen sich auf ganz wundervolle Art und Weise, während sie ihre Meinungsverschiedenheiten balancieren.

 

Zusammen Wachsen

Beide Charaktere haben interessante Hintergrundgeschichten und Beziehungen, die ihr Handeln und ihr Sein beeinflussen. Was zuerst in einigen Fällen chaotisch und hinderlich erscheint, hilft ihnen zu wachsen und sich selbst zu finden und zu definieren. Dabei können sie sich auch gegenseitig unterstützen. Hinzu kommmt eine wahrlich bedrohlichere Instanz, die sie beide individuell und auch gemeinsam testet und sogar richtig in Gefahr bringt. Während das Buch sehr ruhig und cozy beginnt und sich vor allem auf die Charaktere konzentriert, fand ich den Mittel- udn Endteil für meinen Geschmack etwas zu konstrastreich, zu actiongeladen. Einige Entwicklungen erschienen mir leider erzwungen und nicht ganz so notwendig wie sie den Charakteren erscheinen, das Ende ein wenig zu sehr romantisiert. Nichtsdestotrotz habe ich das gemeinsame Werken unserer Figuren genossen und mit ihnen mitgefiebert.

 

Fazit

Eine gemütliche und romantische Fantasy-Geschichte über süße Katzen, Werkatzen und hin und wieder auch Zimtschnecken. Die Dynamik zwischen unseren Protagonist*innen, vertont durch Martha Kindermann und Richard Langscheidt, hat mich durch die Minuten getragen und wundervoll unterhalten.

 

 


Die Autorin:

Lea Melcher, geboren 1994, illustriert und schreibt in Mainz. Nach einem Masterstudium in Mediendramaturgie, einer Zwischenstation in Paris und einem Job beim Fernsehen hat sie sich selbstständig gemacht. Seitdem arbeitet sie als Illustratorin und Autorin für verschiedene Verlage. Immer dabei: ihre flauschigen Katzenhelfer Dino, Kobold und Murmel. Q

Die Lesenden:

Martha Kindermann, 1987 in Karl-Marx-Stadt geboren, absolvierte ein Studium der Musikpädagogik in Eichstätt, bevor sie mit Mann und Kindern in Leipzig Fuß fasste, als Dozentin an Musikschulen lehrte oder als Musicalsängerin und Moderatorin unterwegs war. 2019 kam sie über die Lesung ihres Debütromans zum Sprecherberuf und durfte seither zahlreichen Geschichten der unterschiedlichsten Genres ihre Stimme leihen. Q

Richard Lingscheidt, geboren 1990, studierte Film- und Bühnenschauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Verschiedene Engagements führten ihn an das Hans-Otto Theater Potsdam, Maxim-Gorki Theater Berlin und an das Mehrspartenhaus in Bremerhaven. Seit 2021 ist er außerdem als Sprecher für Synchron und Hörbuch tätig. Q

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