[Interview] Susanne Betz

Liebe Leser,
nur noch wenige Tage und die Türchen – Sache ist auch wieder Geschichte für dieses Jahr. Doch heute habe ich noch ein kleines Hintertürchen in die Welt einer weiteren Autorin für euch, die ich bisher leider noch nicht persönlich treffen konnte, worauf ich aber später noch einmal zu sprechen kommen werde. Erst einmal möchte ich euch SUSANNE BETZ einmal vorstellen:

Susanne Betz

wurde 1959 in Gunzenhausen geboren. Sie studierte Geschichts- und
Wirtschaftswissenschaften in Deutschland, den USA und Kolumbien. Danach
arbeitete die promovierte Historikerin bei verschiedenen deutschen und
amerikanischen Tageszeitungen und Zeitschriften. Seit 1993 ist sie
Hörfunkredakteurin in der Abteilung Politik des Bayerischen Rundfunks.
Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in der Nähe von München. In
ihren historischen Romanen macht sie auf einzigartige Weise Geschichte
lebendig. Q (Werbung)

Meine Rezension zu ihrem Buch

 

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Sinnlich und opulent – ein historischer Roman über die dramatischste Epoche der Neuzeit

 

1791: Die Geschwister Eleonore und Felix langweilen sich im
provinziellen und intriganten Weimar. Ihr Vater ist ein adeliger
Hofbeamter, die Mutter eine exzentrische Mathematikerin und ihr Nachbar
der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe. Die Sturmgewitter der
Französischen Revolution flackern in Form von Gerüchten, Schriften und
Besuchern aus dem fernen Frankreich ins kleine Herzogtum und befeuern
den Freiheitsdrang der Geschwister. Als ihre Mutter stirbt, nimmt das
Leben eine dramatische Wende: In ihrem Testament verfügte diese, dass
Eleonore und Felix einen Koffer voller mathematischer Berechnungen zu
einem geheimnisvollen Monsieur Schwartz nach Paris bringen müssen, dort
erst sollen sie ihr Erbe erhalten. Die Geschwister brechen auf. In Paris
lernen sie nicht nur eine weltoffene und libertine Stadt kennen, hier
bebt noch immer die Revolution … Q (Werbung)

 

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Ich: Warum haben Sie für Ihren neuesten Roman gerade die
Französische Revolution als Hintergrund gewählt? Was begeistert sie an dieser
Zeit so kurz vor der Jahrhundertwende?

 

Frau Betz: Diese Zeit find ich so spannend, weil sich von der
Französischen Revolution quasi ein emotionales und intellektuelles Erbeben über
die Welt ausbreitet. Die Menschen sind fasziniert von den Ideen der „Freit,
Gleichheit und Brüderlichkeit“. Die schönen Ideen, die sich die Philosophen
vorher nur ausgedacht haben, werden zum ersten Mal in Europa Realität.
Gleichzeitig ändert sich auch die Mode radikal. Frauen werden von Schnürbrust,
Reifröcken und aufgetürmten und gepuderten Perücken befreit. Die Kleider werden
stattdessen ganz einfach und locker. Die Frauen können richtig durchatmen und
sich viel besser bewegen. Gleichzeitig kommt mit der Französischen Revolution
aber ab 1794 der Terror der Fanatiker. Immer mehr Menschen werden durch die
Guillotine hingerichtet. Diese Nähe von großer Freiheit und gleichzeitig Angst
und Schrecken und überhaupt die ganzen Turbulenzen gehen einem ziemlich unter
die Haut, finde ich.

 

 

Ich: Haben Sie selber Geschwister? Wenn ja, ist Ihr Verhältnis
zu ihnen ähnlich zu dem von Felix und Eleonore?

 

Frau Betz: Leider habe ich keine Geschwister und bin alleine
aufgewachsen. Ein Bruder wie Felix wäre ideal für mich gewesen: ein wenig
schrullig, klug und belesen und auf jeden Fall sehr liebevoll und fürsorglich.

 

Ich: Wenn Sie sich zwischen den zwei Städten Weimar und Paris
heutzutage entscheiden müssten, welche dieser würden Sie lieber ihren Wohnort
nennen?

 

Frau Betz: Ich bin in einer Kleinstadt wie Weimar
aufgewachsen, nicht so berühmt aber auch wunderschön und mit vielen historischen
Bauwerken und einem Markgrafenschloss. In einer solchen Stadt zu leben ist
zweifelsohne idyllisch, auch weil man die meisten Menschen persönlich kennt.
Heute bevorzuge ich aber turbulente und anonyme Städte. In Paris würde ich
sehr, sehr gern leben – nur das Geldausgeben wäre dann ein Problem: Nicht nur
Eleonore war Ende des 18. Jahrhunderts von den schönen Geschäften begeistert,
den Cafés und Restaurants – so aufregend ist Paris heute immer noch und leider
auch teuer.

 

Ich: Ich persönlich bin auf Ihr Buch gestoßen, da ich nach
Belletristik in Bezug auf die Französische Revolution gesucht habe, da sie
einen großen Teil meiner Komplexe Leistung ausmachen wird. Da Sie, wie man Ihrer
Vita entnehmen kann, Geschichtswissenschaften studiert haben, vertraue ich
Ihren Schilderungen in diesem Buch über die Geschehnisse damals. Doch wenn man
als Leser nicht den Anreiz hat, mehr über die damalige Zeit zu erfahren, warum
ist Ihr Buch Ihrer Meinung nach dennoch lesenswert?

 

Frau Betz: In „Tanz in die Freiheit“ geht es ja hauptsächlich
um enge und bewegende Freundschaften und Liebesbeweise. Damit werden unheimlich
viel Kräfte und Emotionen frei gesetzt. Eleonores Freundschaften zu so
unterschiedlichen Frauen wie Christiane Vulpius, Julie und Olmype de Gouge sind
zeitlos inspirierend und sollen Leserinnen Mut machen, sich auf andere Menschen
und ihre Nöte einzulassen. Vor allem zeigt die Liebe Luciens für Eleonore, was
große und tiefe Gefühle mit einem Menschen machen können. Er riskiert seine
Karriere und letztlich sein Leben für sie und hilft, ihren Verlobten sicher aus
der Stadt zu bringen. Das denke ich, ist die große emotionale Botschaft meines
Buches und fesselt hoffentlich alle meine Leserinnen und Leser.

Ich: Arbeiten Sie bereits an einem nächsten Roman oder was
haben Sie für die nächste Zeit geplant?

 

Frau Betz: Da ich derzeit viele
Lesungen halte und oft unterwegs bin, komme ich noch nicht zum Nachdenken über
ein neues Buchprojekt. Aber sicher bekomme ich bald Lust dazu.
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An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal recht herzlich bei Susanne Betz für das Interview und auch bei Sinja Bohn für die Vermittlung bedanken.
Wenn ich euch mit diesem kleinen Interview neugierig machen konnte, dann schaut gerne auch mal auf ihrer Facebook Seite vorbei.
Ich persönlich hatte noch nicht das Vergnügen, Susanne Betz persönlich zu treffen, was jedoch an meiner eigenen Dusseligkeit liegt. Ich hatte mich bereits für eine Lesung in der Nähe angemeldet und dann den Termin verwechselt und wäre vermutlich eine Woche später hingefahren, hätte ich mich nicht noch einmal erkundigen wollen, wo genau ich hinmuss und dabei gesehen, dass die Lesung nicht in vier, sondern vor drei Tagen war. Deshalb war dieses Interview auch eine tolle Möglichkeit für mich, meine Fragen doch noch zu stellen. Deswegen herzlichen Dank!
Liebe Grüße, eure Sophia!

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