[Rezension] Call me by your name von Andrè Aciman

Völlig überraschend trifft Elio seine erste große Liebe: Der
Harvard-Absolvent Oliver ist für sechs Wochen bei Elios Familie an der
italienischen Riviera zu Gast. Oliver ist weltgewandt, intelligent und
schön. Er ist alles, was Elio will, vom ersten Moment an. Die Zuneigung
ist gegenseitig, doch Schüchternheit und Unsicherheit veranlassen beide
zur Zurückhaltung. Ein fast unerträgliches Spiel von Verführung und
Zurückweisung beginnt. Q (Werbung)
Andrè Aciman, dtv Verlag
288 Seiten, 4 Kapitel, Taschenbuch
10,90€, ISBN 978-3-423-08656-1
Kaufen, Leseprobe (Werbung)

Andrè Aciman

studierte Komparatistik in Harvard. Er ist Romancier, Essayist und
Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft, zudem schreibt er für
verschiedene New Yorker Zeitungen. Aciman gehört zu den führenden
Proust-Experten. Auf Deutsch sind seine autobiografischen Bücher ›Damals
in Alexandria‹ und ›Hauptstädte der Erinnerung‹ erschienen sowie die
Romane ›Ruf mich bei deinem Namen‹, ›Acht weiße Nächte‹ und ›Mein Sommer
mit Kalaschnikow‹. Aciman lebt mit seiner Familie in New York. Q
(Werbung)

Meine Meinung

Zu allererst: Ich habe keine Worte. Diese Rezension wird daher mit keiner meiner bisherigen mithalten können, sondern viel mehr den Versuch darstellen, Dinge in Worte zu fassen, für die ich einfach keine finde. Dinge, die über meine bisherigen Erfahrungen als Leserin und Bloggerin weit hinaus gegangen sind. Dinge, die ich nicht einmal annähernd gerecht beschreiben kann, wenn ich mich auch noch so sehr anstrenge. Ich habe einfach keine Worte für ein solch grandioses und atemberaubendes Stück Literatur.

„Du magst ihn, nicht“
„Ja.“
„Er mag dich auch – mehr als du ihn magst, glaube ich.“
War das ihr Eindruck?
Nein, der von Oliver.

Wann hatte er ihr das gesagt?
Vor einer Weile.
– S.109

Ich hatte schlimme Entzugserscheinungen, jedes Mal, wenn ich das Buch ein paar Stunden aus der Hand legen musste, und selbst noch nach dem Beenden. Noch Tage danach spukt diese Geschichte in meinem Kopf herum, raubt mir immer wieder die Fassung und lässt mich in aller Öffentlichkeit und ohne Vorwarnung Tränen unterdrücken müssen. Noch nie zuvor in meinem Leben als begeisterte Leserin hat mich ein Buch so mitgenommen und süchtig nach sich gemacht. Ich habe nicht mit Elio und Oliver gelitten, ich war sie. Nennt mich ab sofort Elio oder Oliver und ich reagiere darauf, ohne zu zögern.

„Intelligent? Er war mehr als das. Was zwischen euch war, hat alles und nichts mit Intelligenz zu tun.“
[…]
„Ich glaube, er war besser als ich, Papa.“

„Bestimmt würde er dasselbe über dich sagen, und das spricht für euch beide.“
– S.257

Ich hasse es, Bücher auch nur im Entferntesten zu beschädigen, sei es mit angestoßenen Ecken, Eselsohren oder Markierungen, aber bei diesem Buch habe ich dieses Tabu ohne zu Zögern überschritten. Mittlerweile ich das Buch mit Klebezetteln und Markierungen überseht, hätte ich mich nicht zusammen gerissen, hätte ich sicher auf jeder Seite eine Passage gefunden, an die ich mich für immer erinnern will. Wie Andrè Aciman mit Worten spielt, um uns Elios Gefühle näher zu bringen, uns in sie hinein zu saugen, ist einfach einmalig und außergewöhnlich. Voller Natürlichkeit und so detailreich wie nur das echte Leben. Noch dazu wechselt Elio, unser Erzähler, hin und wieder auf geradezu herzzerreißende Weise von „er“ zu „du“, dann berichtet er nicht mehr über Oliver, sondern adressiert ihn direkt und rührend.

Fazit:

Dieses Buch ist nicht nur mein Monatshighlight, nicht nur mein Jahreshighlight, nein, ich habe es sogar voller Ernsthaftigkeit als mein Lebenshighlight beschrieben und bereue diese Bezeichnung noch immer nicht. Dies ist ein Buch, das mehr ist, als ein paar bedruckte Seiten. Ein Buch aus purer Liebe und Kunst.

 

 Danke, danke, danke für dieses einmalige Erlebnis und das Rezensionsexemplar an den dtv Verlag.
Liebe Grüße, eure Sophia!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu