[Rezension] Die Blausteinkriege: Der Verborgene Turm von T.S. Orgel

Im Kaiserreich Berun ist nichts mehr so, wie es war. In der Hauptstadt
haben sich die Fürsten versammelt, um den anrückenden Kolnorern
entgegenzutreten – umsonst. Es ist längst zu spät, der Feind ist bereits
mitten unter ihnen. Sogar das Protektorat Macouban ist mittlerweile
vollständig von den Hexern der Huacoun und ihren Vasallen besetzt.
Allein Xari, Ordensritter Cunrad und die Schildbrecher stehen ihnen
entgegen. Doch die Wahrheit ist noch viel schrecklicher. Denn während
das Reich im Krieg versinkt, erwachen uralte Kräfte, und das Ende der
Welt steht bevor … Q (Werbung)
T.S. Orgel, Heyne Verlag, Band 3
640 Seiten, 38 Kapitel, Klappenbroschur
14,99€, ISBN: 978-3-453-31707-9

T.S. Orgel

Hinter dem Pseudonym T. S. Orgel stehen die beiden Brüder Tom und
Stephan Orgel. In einem anderen Leben sind sie als Grafikdesigner und
Werbetexter beziehungsweise Verlagskaufmann beschäftigt, doch wenn beide
zur Feder greifen, geht es in phantastische Welten. Nach einer Reihe
von Kurzgeschichten und elektronischen Veröffentlichungen erschien 2012
ihr erster gemeinsamer Roman Orks vs. Zwerge, für den sie im Oktober 2013 den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Debüt erhielten. Q (Werbung)

Die Blausteinkriege – Trilogie

Band 3: Der verborgene Turm

Meine Meinung

Endlich habe ich es geschafft und meinen Schweinehund, der vor einer solch hohen Seitenanzahl immer gerne zurückschreckt, überwunden. Bereits im Januar habe ich den finalen Band der Blausteinkriege – Trilogie begonnen, ihn dann aber erst im Februar beendet. Und erneut konnte ich ihn wundervoll, jedoch nicht in vollen Zügen genießen. Genau wie die ersten beiden Bände der Trilogie habe ich die Charaktere sehr gemacht, teilweise sogar für ihre Sprüche und ihren Mut bewundert, andererseits hatte ich hier jedoch den Eindruck, die beiden Autoren seien an einigen Stellen selbst in ihrem grandiosen Fantasy – Epos verloren gegangen – zumindest haben sie an einigen Stellen scheinbar ein paar Charaktere oder die Schreibweise ihrer Namen verwechselt. So bekam Sara einmal ein zusätzliches H, Henric wurde öfters mal zu Henrik und Danil erinnert sich an eine Szene aus dem Macouban, das er nie betreten hat.
 „Warum sollten wir eigentlich alle hier sterben?“ Er warf einen Blick zu Messer, der den Kopf schief legte. „Also, ich meine, wir wissen, warum wir alle hier sterben werden. Aber ich glaube, wir meinen nicht dasselbe.“
– Ness, S.378
Für mich steht in diesem Finale vor allem der Charakter als Held hervor, von dem ich euch hier gleich zwei Zitate präsentiere. Ness ist ein Kriegsheld, der leider erst in der zweiten Hälfte dieses Buches wieder auftritt, den wir aber bereits aus der Vorgeschichte des ersten und zweiten Bandes kennen. Er hat sich nicht nur als erfahrener Krieger und verstandbesitzender Mensch herausgestellt, sondern auch als Besitzer eines großen Herzens, mit dem er zum Beispiel nicht nur sich selbst sondern auch ganz Berun für das Seelenheil von Kindern in Gefahr bringt, ohne weiter darüber nachzudenken. Aber nicht nur Ness habe ich wahnsinnig gerne auf seinem Kampf gegen die Huacoun begleitet, sondern auch Sara, Danil, Cunrat, Xari oder selbst Jerik, aus deren Sicht wir die Geschichte ebenfalls erleben dürfen. Vor allem in diesem letzten und finalen Band konnte man feststellen, wie sehr sich manche von diesen Charakteren zum Positiven oder einfach nur weiter entwickelt haben.
„Ich bin bereit, für das Reich zu sterben.“
Der Teil ist einfach. Dafür zu leben und das Sterben anderen zu überlassen – das ist der Trick. Viel Glück.“
– Ness, S.383
Dieses Buch konnte mich nicht nur mit seinen humorvollen und doch tapferen Charakteren, sondern auch mit seinen umfangreich und detailliert beschriebenen Kampfszenen überzeugen. Zum Ende hin habe ich zwar ein wenig den Überblick verloren, als es schließlich zum titelleitenden verborgenen Turm kam, aber dennoch habe ich die wendungsreichen und packenden Szenen weiterhin genossen. Die Handlung spielt sich im ersten Teil des Buches vor allem im Macouban ab, während uns der zweite Part dann in die berunische Hauptstadt entführt, die am Ende in keinem besseren Zustand zurückbleibt als der erste Schauplatz. Die Situation scheint für unsere Charaktere teilweise wirklich ziemlich hoffnungslos, ihre Gegner übermächtig und doch gelingt es ihnen mit Hilfe ihres Verstandes und ihrer Tapferkeit, aufrecht stehen zu bleiben und sich ihnen in den Weg zu stellen.

Fazit:

Wer ein lockeres Buch für einen entspannenden Nachmittag sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Viel mehr liefern Tom und Stephan ein umfassendes Fantasy – Epos, das seine Leser auch über 1800 Seiten packen und mitreißen kann, wenn es auch manchmal einiges an Kraft kosten kann, sich bei teils recht blutigen oder auch hin und wieder etwas langwierigen Erzählungen der Charaktere zum Weiterlesen zu bewegen.

 

Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Heyne Verlag!
Liebe Grüße, eure Sophia

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