[Rezension] Château de Mérival. Der Geschmack der Leidenschaft von Julie Briac

Der Beginn einer großen romantischen und dramatischen Familiengeschichte vor der farbigen Kulisse eines Weinguts im Médoc von Julie Briac – süffig und hochdramatisch.
Die Londonerin Cora ist wie verzaubert von dem kleinen Stück Land im Médoc im Südwesten Frankreichs, das sie bei einer Weinprobe gewonnen hat. Doch bald muss sie feststellen, dass sie buchstäblich zwischen zwei verfeindete Winzerfamilien geraten ist. Was ist zwischen Robert Chevalier und Pascal Levall geschehen, das die einstigen Freunde zu derart erbitterten Gegnern werden ließ? Sowohl der verschlossene Robert als auch der charmante Pascal werben um Cora – oder um ihr Land? Cora findet sich unversehens inmitten von Liebeswirren wieder.
Wird sie der Stimme ihres Herzens folgen, und damit die Wunden der Vergangenheit heilen?
Ein Familiendrama auf einem französischen Weingut.

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Meine Meinung

Dieses Buch ist bereits 2017 erschienen und damals auf meinen SuB gewandert, musste dort aber erst einmal seine Zeit absitzen, bis ich in meinem Regal nach einem kurzen, aber ansprechenden Roman gesucht habe, der mich in fremde Länder entführen sollte. Und einen solchen habe ich definitiv in diesem Auftakt einer Familienfehde-Trilogie gefunden. Mit der Protagonistin Cora befinden wir uns zuerst in London, mit Robert hingegen von Anfang an im schönen französischen Médoc – beide Charaktere habe ich über die – wenn auch recht kurze – Dauer des Trilogie-Auftaktes auf ihre Weise liebgewonnen und für ihre Art schätzen gelernt. Die Atmosphäre ist von Anfang an sehr berauschend und das nicht nur, weil es sehr häufig Wein zu trinken gibt. Die Autorin vermag es, auf wenigen Seiten sehr interessante und tiefgründige Dialoge zu schreiben, aber auch mit ihren Worten die französische Küstengegend vor den Augen der Leser entstehen zu lassen. Zugleich habe ich aber diese Tiefgründigkeit schnell vermisst, als sich Cora und Robert dann endlich begegnet sind. Einerseits hat es Julie Briac vermocht, Roberts Gefühle wundervoll einzufangen, andererseits wird sich aus beiden Perspektiven auf äußerst interessante Gespräche zwischen unseren Protagonisten bezogen, die einfach vollkommen verschwiegen werden. Sie verbringen Stunden miteinander, jedoch wird kaum eine wörtliche Rede aufgeführt, sodass man als Leser durchaus an der Authentizität der Figuren und ihrer entstehenden Bindung zweifelt. Dennoch hat mich die Geschichte wundervoll durch die Seiten getragen, mich sogar ein wenig zwischen Pascal und Robert hin- und hergerissen und nicht zuletzt voller Spannung zurück gelassen. Zu loben ist, dass das Gefühlschaos in Cora sich immens in Grenzen hält und nicht zu dem einer stereotypischen Dreiecksbeziehung mutiert, wenn es auch um einiges größer zu werden scheint, als sich das Buch dem Cliffhanger-ähnlichen Ende nähert. Auch wenn noch zwei weitere Bände folgen und diese Geschichte um eine lange Fehde zwischen zwei Weinguts-Familien fortsetzen, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit noch ein recht gutes Verhältnis und sich jetzt mehr oder minder auszubeuten versuchen, empfand ich das Ende dieses ersten Buches äußerst abrupt. Wenn im Folgenden noch einmal auf die letzten Momente eingegangen wird, dann würde mich dies etwas gnädiger stimmen, so jedoch haben wir kaum genug Zeit, um uns mit Coras Empfindungen auseinander zu setzen, bevor sie ausschlaggebende Entscheidungen trifft.

 

Mein Fazit

Julie Briac entführt ihre Leser in das traumhafte Médoc und ihre Protagonistin in einen Strudel von Gefühlen, welche sich jedoch nicht nur auf Männer beschränken, sondern sich auch mit Moral und Pflichtgefühl befassen. Eine interessante und originelle Mischung, die kurzweilig, aber dennoch langanhaltend unterhält.

 

Julie Briac

liebt Frankreich von der rauen Küste der Bretagne bis hin zu den nebelverhangenen Bergen der Pyrenäen und von den Lagunen der Carmague bis zu den Lavendelfeldern der Provence. Dieses Land bietet alles: Genuss, Leidenschaft, Weite, aber auch Geselligkeit. Juliette Briac erkundet jeden Winkel. Auf ihren Wegen quer durchs Land lauscht sie den Stimmen, den Geschichten und dem Leben der Einheimischen, und abends, am liebsten bei einem Glas Rotwein, formen sich ihre Geschichten daraus. Q

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