[Rezension] Radio Hearts von Florentine Krieger

Music was my first love

Schon eine halbe Ewigkeit arbeitet Fred beim selben Radiosender und moderiert seit Kurzem ›Radio Hearts‹, eine Sendung, in der es um Herzschmerz und Romantik geht ‒ obwohl das so gar nicht sein Ding ist. Leider bemerkt das auch Freds Chef Ewald und verordnet ihm eine Zwangspause, um seine romantische Seite wiederzuentdecken. Doch wie macht man das? Zum Glück scheint Freds Zufallsbekanntschaft Lena, die gerade seinen Lieblingsplattenladen übernommen hat, eine Expertin auf diesem Gebiet zu sein. Von Musik hat sie allerdings keine Ahnung. Und so beschließen die beiden, sich gegenseitig aus der Patsche zu helfen. Mit ungeahnten Folgen.

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Meine Meinung

Zu Beginn erst einmal eine große Entschuldigung an den Verlag, die Autorin und diese nun endlich gelesene Geschichte, dass ich sie alle so lange habe warten lassen. Das Buch und der Klappentext hat mich unmittelbar angesprochen, doch als es mich dann erreicht hatte, sind alle möglichen anderen Dinge dazwischen gekommen, die es erst einmal in Vergessenheit geraten ließen. Und dann hat es gewartet und gewartet, dabei wusste ich nicht, dass ich wiederum genau auf eine solche Geschichte gewartet habe! Fred hat eine Sendung über Liebeslieder und -botschaften, doch findet in sich keinen Funken Romantik, was ihm seinen Job nicht gerade leicht macht. Als das auch seinem Boss auffällt, wird er auf die Ersatzbank gesetzt und ihm wird geraten, seine Einstellung wieder hinzubekommen. Mit Hilfe von Lena geht er seiner Unfähigkeit zur Romantik auf die Spur. Dieser Plot ist so süß und auch wenn man selbstverständlich weiß, wie er sich entwickeln wird, konnte er mich doch wieder und wieder mit humorvollen Szenen, aber auch voll Anziehung geladenen Momenten begeistern. Der Schreibstil ist dazu auch noch so leicht und locker, spiegelt Freds Persönlichkeit wundervoll wider und lässt den Leser gar nicht mehr von diesem Buch ablassen wollen. Die Seiten und Kapitel fliegen nur so dahin und werden begleitet von Lebensfreude und Musik.

 

„[…] Am Ende gibt es nichts Besseres, als mit jemandem zusammen zu sein, der sich ein Leben ohne dich genauso wenig vorstellen kann, wie du dir eines ohne ihn.“ Er beugt sich vor und nippt an seinem Tee. „Wenn du so jemanden hast, stellt sich die Frage gar nicht, ob du Rücksicht nehmen willst, du tust es einfach.“
– S.220f.

 

Natürlich ist auch hier ein wenig Dramatik im Spiel, die man nicht unbedingt von Anfang an kommen sieht, welche jedoch wunderbar in den Verlauf eingearbeitet wurde. Nichts an dieser überraschenden Wendung wirkt erzwungen, nichts zu gewollt, nicht einmal, wie sich die Geschichte danach weiter entwickelt wirkt überdramatisiert oder zum Augenverdrehen einladend. Ich habe absolut jede Seite dieses Buches genießen können und das sage ich wirklich nicht oft, denn zumeist habe ich am Büchern, in denen eine sich anbahnende Beziehung im Mittelpunkt steht, immer etwas auszusetzen. Doch hier hat wirklich alles gestimmt, mich sogar noch mehr als einfach nur zufrieden gestellt, mich geradezu mitgerissen und überzeugt. Nicht nur Fred und Lena sind wundervolle Charaktere, auch Nebenfiguren wie Sascha, Ewald, Kalli und gar Freds Ex überzeugen mit überraschend viel Komplexität auf den wenigen Seiten des Buches. Noch hinzu kommt der kleine aber feine Einfluss der Musik, den ich als Liebhaber vieler Genre und Künstler nur allzu gut nachvollziehen konnte. Mit Romantik scheint Fred zwar nichts anfangen zu können, Autorin Florentine Krieger aber umso mehr, wenn sie es mit ihr auch keineswegs übertreibt, sondern sie für die richtigen Momente in genau der passenden Portion aufhebt.

 

Mein Fazit

Einmal begonnen konnte und wollte ich Freds hinreißende, kurzweilige und doch berührende Geschichte nicht mehr aus der Hand legen, bis sein Leben nicht genau so ist, wie er es verdient, wenn sich vielleicht selbst auch zuerst nicht vorgestellt hat. Ein großes Lob für diesen rundum gelungenen Roman an Florentine Krieger!

 

 

Florentine Krieger

wurde 1971 im Rheinland geboren und studierte in Köln Politik und Afrikanistik. Bereits vor dem Studium begann sie, als freie Journalistin für Zeitungen zu arbeiten. Heute lebt sie mit Mann und Hunden im Bergischen Land, wo sie in einem verwunschenen Häuschen mitten im Grünen ihre Bücher schreibt. Q

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