[Rezension] Crime and Detection #2

Havana Red – Leonard Padura

On August 6 th 1989 , the day on which the Catholic Church celebrates the Feast of the Transfiguration, the body of a strangled transvestite is discovered in the humid undergrowth of the Havana Woods. He is wearing a beautiful red evening dress and the red ribbon with which he was asphyxiated is still round his neck. To the consternation of Lieutenant Mario Conde, in charge of the investigation, the victim turns out to be Alexis Arayan, the son of a highly respected diplomat. His investigation begins with a visit to the home of the ‚disgraced‘ dramatist, Alberto Marques, with whom the murdered youth was living. Marques, a man of letters and a former giant of the Cuban theatre, helps Conde solve the crime. In the baking heat of the Havana summer, Conde also unveils a dark, turbulent world of Cubans who live without dreaming of exile, grappling with food shortages and wounds from the Angolan war.

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Meine Meinung

Ein weiters Buch, welches ich für einen Uni-Kurs lesen musste, aber tatsächlich genossen habe, ist dieser Kubanische Krimiroman. Bereits vor einer ganzen Weile habe ich zumindest schon einmal von der Havana – Reihe gehört, wusste aber nicht wirklich, was ich mir darunter vorstellen sollte. Jetzt habe ich eine ziemlich gute Vorstellung davon und habe auf diesen nicht einmal 300 Seiten vieles entdeckt, was mich positiv von sich überraschen konnte. Angesiedelt in den 80er Jahren, starten wir mit einem Protagonisten, der von der queeren Szene des Mordopfers absolut nichts hält und zu ihr Gehörende schnell mal als Tunten oder ähnliches abtut. Gerade seine Entwicklung hat mir unheimlich gut gefallen, denn auch dieser anfangs eher als Macho auftretende Polizist hat tiefere Schichten, mit denen ich mich durch meine eigene Leidenschaft fürs Schreiben sehr gut identifizieren konnte. Auch haben wir in diesem Buch – im Gegensatz zu den zuvor im Kurs diskutierten – eine wirkliche Spurensuche und einen durchaus interessanten Ermittlungsprozess, auch wenn die Verdächtigen nicht gerade in ihrer Anzahl überzeugen. Dennoch habe ich das Spiel zwischen den Charakteren und auch zwischen den Beweisen und ihren Bedeutungen sehr genossen und mich wunderbar unterhalten gefühlt. Die finale Auflösung war dann zugleich recht schnell, aber durchaus glaubhaft und gar raffiniert. Und mit einem Mal kamen unheimlich viele lose Fäden zusammen, sodass ich die Verstrickungen, die der Autor die ganze Zeit eher willkürlich erscheinen lassen hat, endlich einen Sinn ergeben haben. Durchdacht, spannend und zudem berührend – ich wurde definitiv positiv überrascht und wundervoll unterhalten!

 

 


 

Betty Boo – Claudia Pinero

When a Buenos Aires industrialist is found dead at his home in Marivillosa, the novelist Nurit Iscar (nicknamed Betty Boo due to her apparent similarities to cartoon ingenue Betty Boop) is contracted to cover the story. Soon Nurit realises that she is falling in love with the man she has teamed up with to investigate the murder, which complicates matters deliciously. The murder is clearly no random crime. Five members of the Argentine industrial elite, who all went to the same boarding-school, have died. Not everyone, though, is keen on this link coming to light.

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Meine Meinung

Bei diesem Buch wurde mir aufgrund der Zeitspanne, in der ich es lesen sollte, ganz schön Feuer unterm Hintern gemacht. Dennoch muss ich zugeben, dass ich es wohl auch ohne diesen zusätzlichen Druck in relativ kurzer Zeit beendet hätte, denn die vorhandene Spannung lässt so gut wie nichts anderes zu. In diesem Roman dürfen wir drei sehr verschiedene Charaktere auf ihrer Spurensuche begleiten, die sie unweigerlich auch zusammenarbeiten lässt. Gerade diese Zusammenarbeit, die Begegnungen und Entwicklungen zwischen Nurit Iscar, Jaime Brena und dem sogenannten ‚Crime Boy‘ habe ich unheimlich genossen. Hinzu kommt das Prickeln der Gefahr und die Getriebenheit hinter den Stück für Stück offenbarten Hinweisen und Fakten – wenn man sie denn als solche bezeichnen möchte. Auch in diesem Buch wird wieder mit der Wahrnehmung der Leser gespielt und – sicherlich ganz bewusst – Spannung an Stellen aufgebaut, die an sich relativ harmlos sind, während man sich in anderen in geradezu beängstigender Sicherheit wägt. Neben der immer wieder präsentierten Stärke unserer Protagonistin, darf hier auch ein klein wenig Romantik nicht fehlen, was dem ganzen einen versöhnlichen Touch verleiht, auch wenn der Leser mit vielen Fragen im Kopf entlassen wird. Zum Schluss hatte ich entgegen aller Erwartungen tatsächlich sogar ein paar Tränen in den Augen, so gerührt war ich von einer ganz anderen Beziehung, die aber ebenso eine wichtige Rolle in diesem Buch spielt. Wir erleben einen packenden Fall von Mord (? Suizid?), dabei aber auch unheimlich interessante Charakterentwicklungen, die das Buch wundervoll vielseitig gestalten und Leser – denn gewiss nicht nur mich – gefangen nehmen kann.

 


Liebe Grüße, eure Sophia

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