[Rezension] Bloodlines 5: Silberschatten von Richelle Mead

Für Sydney Sage ist ihr schlimmster Albtraum Realität geworden. Durch den Verrat ihrer Schwester Zoe ist sie nun die Gefangene der Alchemisten. Denn Sydney hat das größte Tabu der Alchemisten gebrochen: Sie hat sich auf eine Liebesbeziehung mit einem Vampir eingelassen und mit Rebellen gemeinsame Sache gemacht. Ist ihre Magie stark genug, um sie vor der Gehirnwäsche durch ihre eigenen Leute zu schützen?

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Was ich zu sagen habe…

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein Buch aufschlagt – da kann so viel Zeit vergangen sein wie nur möglich – und ihr unmittelbar zuhause landet? Wenn ihr das Gefühl habt, endlich wieder durchatmen zu können, da euch die Umgebung so wundervoll vertraut und so lange ersehnt ist, dass ihr vor Freude zu grinsen anfangt, obwohl ihr die erste Seite noch nicht einmal beendet habt? Dabei konnte es Sydney so bescheiden gehen, wie es eben der Fall ist am Anfang dieses fünften Bandes – eine Rückkehr in die Welt der Vampire Academy ist für mich immer und so auch dieses Mal ein Highlight. Bereits vor nun gut zehn Jahren bin ich das erste Mal mit Dhampiren und Moroi in Kontakt gekommen und habe mich seitdem viele, viele Male in ihre Abenteuer gestürzt. Adrian Ivashkov und schließlich auch Sydney Sage, die uns in der Bloodlines-Spin Off als Protagonisten und Perspektivträger dienen, habe ich im Laufe der Originalreihe kennen und lieben gelernt, sodass ich mich mit Vergnügen, aber auch ein wenig Skepsis in ihre ganz eigenen Abenteuer gestürzt habe. Doch zu keinem Moment in den ersten fünf Bänden wurde ich enttäuscht oder habe einen kritischen Vergleich mit der ursprünglichen Reihe aufgestellt – dazu gab es schlicht und einfach keinen Anlass. Mit wundervollen Wiedersehen, packenden Geschehnissen und mutigen Entscheidungen beweisen Richelle Mead und ihre Charaktere mir immer wieder, warum ich ein Wiederkehren in diese Welt jedes einzelne Mal abgöttisch liebe.

Nach dem Cliffhanger des letzten Bandes ist es eine Schande, dass ich so lange gezögert und ausgeharrt habe, bevor ich den Folgeband begonnen habe – ein Verhalten, welches ich mir jetzt unmöglich erneut vorstellen kann. Die Autorin vermag es, die Spannung durch alle 400 Seiten aufrecht zu erhalten, uns Hoffnung zu schenken, uns zum Lachen und auch Weinen zu bringen und uns schlussendlich doch wieder vor schockierende Tatsachen zu stellen. Bereits aus der Vampire Academy-Reihe wusste ich, wie teuflisch die Autorin ihre Bücher enden lassen kann, doch nach all den Emotionen, die mich in diesem fünften Band zu überwältigen drohten und oftmals einfach unheimlich froh gestimmt haben, empfinde ich das Ende furchtbar gemein! Sydney und Adrian, sowie ihre treuen Freunde, welche dieses Mal nur zu einer begrenzten Menge an Aktionen anwesend und aktiv sein dürften, durchleben mitreißende Tiefs und auch Hochs, stellen sich größeren und kleineren Herausforderungen und überwinden diese durch ihre Liebe zu und ihren Glauben aneinander. Ihre Treue und Ergebenheit war mir noch wage in Erinnerungen und hat diesen Band doch zu einem besonderen Erlebnis gemacht: in viel zu wenig Büchern, die im Genrenamen „Romantik“ führen, präsentieren uns Beziehungen, die trotz vieler Höhen und Tiefen nicht ins Wanken geraten, sondern in denen sich die beiden Involvierten aufeinander stützen und Stärke von einander beziehen. Sydney und Adrian sind mit Rose und Dimitri definitiv ganz weit oben auf der Liste meiner liebsten Book Couples.

Es war doch nicht möglich, dass ein anderer Mensch einen so viele Gefühle gleichzeitig empfinden ließ, dass ein anderer Mensch ein ganzes Universum von Emotionen auslösen konnte durch nichts weiter als den Klang des eigenen Namens. […] Bis ich jetzt in ihre Augen schaute, war mir nicht wirklich bewusst gewesen, was für ein hohles Leben ich gelebt hatte.
– S. 160

Die magischen Elemente und Begebenheiten, welche diese Urban Fantasy Welt der Dhampire und Moroi bestimmen, waren weiterhin vorhanden und spielten doch weniger eine Rolle als wir es aus der Vampire Academy-Reihe gewohnt sind. Hinzu sind hingegen neue, durch Sydney als Mensch initiierte Elemente getreten, die auch in diesem Band eine wichtige Rolle spielen. Zusätzlich stellen Sydney und Adrian – wie erwartet – mit ihrer Beziehung das gesamte System auf den Kopf und in Frage: ein weiteres Zeichen für die Stärke und Besonderheit ihrer Gefühle für einander, welche sogar Rassenbande übertritt und bloßstellt. Ich bin unheimlich stolz, wenn ich unsere Protagonisten in diesem Buch agieren lese und mich ihrer früheren und nun ganz offensichtlichen Entwicklungen entsinne, die sie einander, aber auch ihren Freunden verdanken. Wie bereits bei Rose und Lissa verfolge ich ihre epische, packende und außergewöhnliche Geschichte mit größtem Vergnügen und zahlreichen Emotionen, die mich ihnen so nahe bringen, als wären sie langjährige Freude, denen ich leider nur mit viel Liebe, aber nicht mit Taten beistehen kann.

Fazit: Richelle Mead schafft es einfach jedes Mal, mich vollkommen in ihre Welt zu ziehen und mit ihren Charakteren bis zur letzten Seite mitfiebern zu lassen. Ein erlebnisreiches und von Liebe und Mut erzählender fünfter Band, der zum großen Finale läutet, aber bereits in sich vielerlei packende Erlebnisse und gefühlvolle Momente bietet.

 

Meine Bewertung:

 


Mehr zur Autorin:

Bevor sie zum Shootingstar der Fantasy-Szene wurde, hatte Richelle Mead (geboren 1976 in Michigan) schon einige Karriereansätze hinter sich: Kunst und Religion hatte sie studiert, und auch eine Ausbildung als Lehrerin genossen. Mythologisches und Geheimnisvolles hatte sie aber schon immer fasziniert, und irgendwann wagte sie dann den Schritt in ein Genre, zu dessen Topautorinnen sie heute gehört: Urban Fantasy. Teenager und junge Erwachsene verschlingen ihre Werke, seien es die Bände der Romanserie „Vampire Acadamy“, die „Georgina Kincaid“-Reihe oder die Folgen der „Dark Swan Novels“. Q

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