[Rezension] In all deinen Farben von Bolu Babalola *Rezensionsexemplar*

Bolu Babalola hat die schönsten Liebesgeschichten der Mythologie mit unglaublicher Frische und Lebendigkeit neu erzählt. Sie konzentriert sich auf die magischen Volksmärchen Westafrikas und erfindet auch griechische Mythen, alte Legenden aus dem Nahen Osten und Geschichten aus Ländern neu, die in unserer Welt nicht mehr existieren. Die Frauen in ihren Love Stories sind kämpferische Verfechterinnen ihrer Leidenschaft, verlieren aber nie den Blick darauf, dass die wichtigste Liebe von allen die Selbstliebe ist. Während in der Mythologie Frauen oft die Opfer männlicher Begierde sind, geben bei Bolu Babalola immer die Frauen den Ton an und nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. In all deinen Farben wechselt aufregend Perspektiven, Kontinente und Stile, durchschreitet Grenzen von Zeit und Raum – und feiert die Romantik in all ihren Formen.

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Was ich zu sagen habe…

Eigentlich hatte ich mir ja auferlegt, keine weiteren eBooks über Netgalley anzufragen. Doch wer mich kennt, weiß, dass ich eine Liebhaberin von Neuerzählung bin. Deswegen konnte ich an diesem Buch nicht einfach vorbeisehen. Die Autorin kündigt nämlich an, den eher passiven Frauenrollen aus Mythen, Legenden und alten Überlieferungen das Steuer in die Hand zu legen.

Frauen erhalten Stimmen und Mächte, die sie einzusetzen wissen. Von mir bekannten Figuren wie Psyche, Nofretete und Thisbe bis zu vollkommen neuen Charakteren. Ich hatte noch nie von Siya, Zhinü, Scheherazade oder Yaa gehört, doch ihre Geschichten konnten mich inspirieren und unterhalten. Im Fokus steht immer die eigene Befreiung von Umständen, die unsere Protagonistinnen noch in ihrer Entfaltung einschränken. Liebe spielt dabei eine tragende Rolle, jedoch werden sie nicht nur erwählt wie in den Überlieferungen, sondern treffen eigene Entscheidungen.

„Dafür brauchen Sie sich doch nicht zu entschuldigen. ich bin sogar froh darüber. Es tut gut, wenn sich zur Abwechslung mal jemand wirklich für mich interessiert und nicht… Ähm, interessieren ist vielleicht der falsche Ausdruck …“
„Interessieren ist haargenau der richtige Ausdruck.“
– Zhinü

Mit viel Liebe wurden die alten Geschichten und Begebenheiten modernisiert und in unsere heutige Gesellschaft versetzt. Dabei erwarten uns jedoch nicht nur Bürogebäude, sondern weiterhin andere als eurozentrische Settings. Wir dürfen in afrikanische Kulturen und Traditionen eintauchen und diese kennenlernen. Dabei sind alle der Kurzgeschichten rund, wenn auch nicht abgeschlossen. Sie lassen Raum für Spekulationen und Träume, geben Freiheiten für die eigene Fantasie. Zugleich motivieren und inspirieren sie ihre Leserschaft.

 

Fazit

Modernisiert doch im Kern erhalten: Die Autorin erzählt von faszinierenden Frauen der Überlieferungen verschiedener Kulturen. Doch nun erhalten diese Figuren endlich die gebührende Aufmerksamkeit und Schlagfertigkeit, die man nur zwischen den Zeilen lesen konnte.

 

 


Die Autorin:

Bolu Babalola ist eine britisch-nigerianische Frau mit einem Bachelor in Rechtswissenschaften und einem Master in Amerikanischer Politik und Geschichte. Als Liebhaberin der Liebe und selbsternannte „Romcomaisseurin“ schreibt sie Geschichten von starken Frauen, die kühn lieben und geliebt werden. Sie glaubt fest daran, dass Frauen sowohl „die Schöne“ als auch „das Biest“ sind. Sie twittert viel zu viel @BeeBabs. Q

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