[Rezension] Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe von Ali Hazelwood *Rezensionsexemplar*

Die Unvernunft der Liebe

Biologie-Doktorandin Olive glaubt an Wissenschaft – nicht an etwas Unkontrollierbares wie die Liebe. Dank ihrer Freundin Anh sieht sie sich plötzlich gezwungen, eine Beziehung vorzutäuschen, und küsst in ihrer Not den erstbesten Mann, der ihr über den Weg läuft. Nicht nur, dass dieser Kuss eine Kette irrationaler Gefühle auslöst – der Geküsste entpuppt sich zudem als Adam Carlsen: größter Labortyrann von ganz Stanford. Schon bald droht nicht nur Olives wissenschaftliche Karriere über dem Bunsenbrenner geröstet zu werden, auch ihre Verwicklung mit Carlsen fühlt sich mehr nach oxidativer Reaktion als romantischer Reduktion an, und Olive muss dringend ihre Gefühle einer Analyse unterziehen …

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Was ich zu sagen habe…

Von diesem Buch habe ich in den letzten Wochen sehr viel gesehen. Es wäre also äußerst schwer gewesen, einen großen Bogen um es zu machen, als Netgalley es anbot. Obwohl ich kein großer Fan von eBooks bin, habe ich es nur wenige Tage nach dem Herunterladen auch zu lesen begonnen – und durchgesuchtet. Ab der ersten Seite faszinierte mich die Autorin mit ihrer originellen Balance aus Rationalität und Emotionalität. Obwohl wir nicht direkt durch die Augen unserer Protagonist*innen blicken, bringt uns Ali Hazelwood deren teils konfusen, wenn auch nachvollziehbaren Gedanken nahe. Wir leiden mit ihnen unter ihren peinlichsten Aufeinandertreffen, unsere Herzen klopfen so laut wie Olives in einigen ergreifenden Momenten.

Die Wissenschaft der Liebe stellt auch die Expert*innen vor vielerlei Fragen. Ali Hazelwood weiß, sowohl die wissenschaftliche Expertise der Figuren zu vermitteln, sie aber nicht kalt oder langweilig erscheinen zu lassen. Während wir Olive sehr nahe stehen und viele ihre Gefühlsregungen wahrnehmen, betrachten wir Adam eher durch ihre Perspektive. Doch diese ist vollkommen ausreichend und ungemein spannend, um die kleinen, seltenen, aber dafür umso bedeutsameren Regungen in und an ihm zu beobachten. Mit jedem Aufeinandertreffen dürfen wir unsere Protagonist*innen besser, wenn auch nicht immer reibungslos miteinander harmonieren sehen. Wir begleiten sie auf ihre selbst auferlegten Pflichtveranstaltungen und erhalten bei diesen einmaliges Vergnügen. Ihre Abmachung ist nachvollziehbar – wenn auch nicht unbedingt durchweg rational. Zudem verspricht ein jedes ihrer Aufeinandertreffen, uns mehr von dem mysteriösen Adam zu offenbaren.

 

Er roch wirklich gut. Und er hatte einen seltsam trockenen Humor, und ja, er war auch ein bekanntes Arschloch, aber nett genug, dass sie das ganz gut ignorieren konnte. Alles in allem konnte sie sich nicht beschweren.
– 29%

 

Neben dem Fake-Dating-Trope lockten mich nach nur wenigen Kapiteln auch die Freundschaften unserer Protagonist*innen. Sowohl Olive, als auch Adam haben Unterstützer*innen an ihrer Seite. Diese nehmen und lieben sie so, wie sie sind, selbst wenn das nicht immer einfach noch gewollt ist. Dank ihnen dürfen wir nicht nur immer wieder beinahe losprusten, sondern auch ganz neue, sympathische Seiten an unseren Hauptcharakteren entdecken. Zudem fieberte ich auch ein wenig mit den nebenläufigen Liebesgeschichten von Anh, Malcolm und Holden mit. Sie alle drei habe ich schnell ins Herz geschlossen und jeden ihrer Auftritte genossen.

Zuerst wollte ich es nicht ganz glauben, doch Humor steckt hier in jeder Seite. Trotzdem kommen ernste Themen und tiefgründige Unterhaltungen nicht zu kurz. Diese Geschichte überzeugt auf vielerlei Ebenen und hat mich immer und immer wieder zum Grinsen gebracht. Mein Herz beschleunigte nicht selten und, obwohl einige Momente vorhersehbar waren, habe ich sie dennoch genossen und geliebt. Olive und Adam sind auf wundervolle Weise verschieden und zugleich auf faszinierende Art einander ähnlich. Ihre Chemie wurde von der Autorin ungemein unterhaltsam für uns aufbereitet. Ein jedes – mit einer Hypothese startende – Kapitel hat mich mitgerissen und vorfreudig die Luft anhalten lassen.

 

Fazit

Unterhaltsam und wundervoll ausbalanciert zwischen der rationalen und empfindsamen Seite unterer Protagonist*innen, die wir mit jedem weiteren Kapitel mehr kennen- und lieben lernen dürfen. Ich freue mich bereits jetzt auf weitere dieser humorvollen und romantischen Werke der Autorin.

 

 


Die Autorin:

Ali Hazelwood ist eine vielfach veröffentlichte Autorin (sofern man sich nicht scheut, ihre sämtlichen Artikel über Hirnforschung mitzuzählen, die natürlich von niemand anderem als wissenschaftlichen Gutachtern zur Kenntnis genommen wurden – und die, leider, nicht immer mit einem Happy End aufwarten können). In Italien geboren, hat Ali in Deutschland und Japan gelebt, bevor sie in die USA ging, um in Neurobiologie zu promovieren. Vor Kurzem wurde sie zur Professorin berufen, was niemanden mehr schockiert als sie selbst. Wenn sie nicht arbeitet, liebt sie es, laufen zu gehen, Lollipop-Küchlein zu naschen und Science-Fiction-Filme in Begleitung ihrer zwei katzenartigen Lehensherrn zu gucken (manchmal auch in Begleitung ihres geringfügig weniger katzenartigen Ehemanns). Q

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