[Rezension] Saeculum von Ursula Poznanski *Rezensionsexemplar*

Fünf Tage Leben wie im Mittelalter: im tiefsten Wald, ohne Handy, ohne Strom. So ein Live-Rollenspiel ist eigentlich nicht Bastians Ding. Seiner neuen Freundin Sandra zuliebe fährt der Medizinstudent dennoch mit. Über dem abgelegenen Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll angeblich ein Fluch liegen. Als immer mehr unerklärliche Ereignisse geschehen, beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.

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Was ich zu sagen habe…

Mit der Autorin und ihren Jugendbüchern bin ich aufgewachsen. Erebos habe ich verschlungen und geliebt. Auch Saeculum hatte ich bereits einmal in meinem Besitz. Als mein Interesse jedoch nachließ, gab ich es weg und vergaß es bis vor Kurzem. Dann entdeckte ich jedoch vor Kurzem eine Hörbuchausgabe bei RandomHouse und wollte der Geschichte endlich eine Chance geben. Sehr unvermittelt und ohne Vorwissen ließ ich mich von ihr einsaugen und mitreißen. Als Fan von Live Action Role Plays a.k.a. Rollenspielen in früheren Zeiten konnte mich die Handlung schnell begeistern.

Ursula Poznanski erzählt in der dritten Person, doch wir folgen hauptsächlich Bastians Gedanken und Erlebnissen. Auch andere Perspektiven bleiben uns nicht fremd und wir dürfen Iris so besser kennen- und gemeinsam mit Bastian mögen lernen. Ihre anfangs recht abweisende Kommunikation stärkt ihre spätere Zusammenarbeit nur umso mehr. Hingegen nehmen wir alle anderen Charaktere einzig von ihrer Warte aus wahr. Deswegen können uns einige Figuren früher oder später noch überraschen. Dabei ist jedoch zu betonen, dass es von diesen viele gibt und einige ungemein gut, andere eher nebensächlich gestaltet werden. Nach einem etwas trägen Einstieg freundete ich mich mit unserem Protagonisten an und begleitete ihn in einen Wald voller Agathe Christie-Vibes. Denn als bei der Convention schräge Dinge passieren und gar Teilnehmende verschwinden, stehen nicht nur magische, übernatürliche Begebenheiten, sondern auch andere Anwesende unter Verdacht.

 

Der Verlauf der Geschichte hält die Spannung konstant auf hohem Niveau.

 

Die Lesenden dürfen sich auf vielerlei kleine und große Wendungen freuen. Obwohl die Autorin für ihre realistischen Jugendbücher bekannt ist, weiß sie geschickt Elemente einzubinden, die uns unsere Wahrnehmung einiger Geschehnisse hinterfragen lassen. Mit Bastian und Iris entkommen wir nicht nur dem echten Leben und den dort wartenden Gefahren für eine Weile, sondern stellen uns ganz unerwarteten, packenden Herausforderungen. Wir fiebern um ihre Leben, schließen Charaktere ins Herz und entdecken erst dann ihr teils anderes Gesicht. Die Mystik in dieser Geschichte wirft vielerlei Licht auf Geschehnisse und Figuren – eine packende Balance zwischen bedrohlicher Realität und mitreißender Fantasie.

 

Fazit

Eine packende Sommererfahrung für einen Studenten, die sein gesamtes Weltbild und Leben auf den Kopf stellt. Und auch die Lesenden hinterfragen mit angehaltenem Atem die Grenzen der Erzählwelt und der scheinbar übernatürliche Begebenheiten in dieser.

 

 


Die Autorin:

Ursula Poznanski, 1968 in Wien geboren, veröffentlicht seit 2003 Kinder- und Jugendbücher. Für »Die allerbeste Prinzessin« erhielt sie den Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien 2005 und stand auf der Auswahlliste für den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. Ihr Cyberthriller »Erebos« wurde von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 ausgezeichnet. Ende 2011 erschien ihr zweiter Jugendroman, der Thriller »Saeculum«. Es folgten »Layers« (2015), »Elanus« (2016), »Aquila« (2017), »Thalamus« (2018), »Erebos 2« (2019) und »Cryptos« (2020). Q

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