[Rezension] The Witcher Illustrated 1: Der Hexer von Thimothée Montaigne und Andrzej Sapkowski *Rezensionsexemplar*

Sein Name ist Geralt. Geralt von Riva. Als Hexer macht er Jagd auf Monster, die sich in den Sümpfen verstecken, in kalten Verliesen und in der Dunkelheit. Seinen Waffen sind ein normales Schwert zur Verteidigung – und ein Silberschwert für die Ungeheuer. Und dann wäre da noch seine Fähigkeit als Hexer, keinen Schmerz zu empfinden. Fast keinen jedenfalls …

Die Erzählungen von Andrzej Sapkowskis Weltbestsellerserie THE WITCHER wurden von den besten französischen Comic-Künstlern bebildert. Jeder Band enthält den Text einer Erzählung in der bekannten deutschen Übersetzung, ausgestattet als hochwertiges Hardcover, farbig illustriert und mit Bonusmaterial versehen.

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Was ich zu sagen habe…

Geralt von Rivia, der Hexer, begeistert spätestens seit zwei Jahren die ganze Welt. Dass noch vor der Serie und den Spielen Bücher existierten, die diese fantastische Welt geschaffen haben, wissen hingegen nur vielleicht die Hälfte der Fans. Umso schöner finde ich es, gleich mehrere dieser Adaptionen nun in einer Graphic Novel verbunden zu finden. So können wir eine Geschichte des Hexers nicht nur lesen sondern auch ansehen. Von Thimothée Montaigne illustriert erwacht Geralt noch einmal ganz neu zum Leben.

 

Die erzählte Handlung ist Fans der Buchreihe und auch der Serie bekannt.

 

Geralts Kampf gegen die Striege geht der Haupthandlung voraus und prägt vermeintlich seinen Blick auf die späteren Ereignisse mit Ciri. Zugegebenermaßen kommt dies nicht vollends durch. Geralt ist Geralt und gibt dementsprechend nicht viel von sich über Dialoge preis. Am ehesten spricht er durch seine Handlungen, die jedoch auch teils mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Dies ist vermutlich kein Problem der Graphic Novel allein, hat mein Lesevergnügen durch diese Auslassungen jedoch etwas vermindert. Nichtsdestotrotz überzeugt unser Protagonist mit seiner mentalen Stärke, Cleverness und seiner Loyalität – wenn bisher auch nur dem jeweiligen Auftrag gegenüber.

 

Der Illustrator orientiert sich vor allem am Spiel, weniger an der Serie.

 

Zudem gesteht er selber ein, dass die Beschreibungen des Autors zu wünschen übrig lassen. Der Blick hinter die Kulissen am Ende des Buches hat mir sehr gefallen. Illustrator:innen werden selten genug geschätzt, vollbringen aber so unglaublich wichtige Arbeit. Sie nehmen es uns ab, uns selbst ein Bild der Szenerie zu schaffen, und bezaubern uns mit ihrer eigenen Interpretation dieser. Obwohl keines der Bilder in dieser Graphic Novel für mich herausragend oder atemberaubend ist, fängt Thimothée Montaigne das Ambiente treffend ein. Wir finden uns mit Geralt in alten, intrigengeladenen Gemäuern und zuletzt auch der furchteinflößenden Striege gegenüber wieder. So erleben wir die Geschichte noch einmal eindrücklicher. Wo der Autor mit Beschreibungen spart, beschenkt uns der Illustrator.

 

Fazit

Magische Illustrationen und wie gewöhnlich knappe Erwiderungen von Geralt entführen uns in eine bekannte, packende Anekdote aus seinem Leben. Diese illustrierte Adaption ist somit kein Muss, aber allemal ein großes Vergnügen für alle Fans des Riviers, der Monster, denen er sich stellt und seiner wendungsreichen Geschichte.

 

 


Der Autor:

Andrzej Sapkowski wurde 1948 in Polen geboren. Für die Saga um den Hexer Geralt von Riva, ein Welterfolg, der in 37 Sprachen übersetzt wurde und dessen Verkaufszahlen bereits 15 Millionen Exemplare überschritten haben, hat er sich von der slawischen, nordischen und antiken Mythologie und von Volksmärchen inspirieren lassen, um sie dann zu verfremden. Sein Werk wurde fünfmal mit dem Janusz A. Zajdel Preis sowie mit dem David Gemmell Award ausgezeichnet. »Der Hexer« wurde als »The Witcher« bereits dreimal als Videospiel adaptiert, und die TV-Serien-Verfilmung von Netflix wurde ein weltweiter Erfolg. 2008 wurde Andrzej Sapkowski mit der Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt Łódź ausgezeichnet, in der er bis heute lebt. Q

 

Der Illustrator:

Thimothée Montaigne wurde am 14. Juli 1982 in Roubaix geboren und begeisterte sich schon früh für das Zeichnen. Er studierte am Institut Saint-Luc in Tournai und spezialisierte sich dann an der École Pivaut in Nantes auf Erzählende Kunst. Nach Abschluss seines Studiums hatte er die Chance, Mathieu Lauffray bei der Kolorierung von Band 1 von Long John Silver zu assistieren. Der Verlag Soleil wurde schnell auf ihn aufmerksam und veröffentlichte seinen ersten Comic, Le Cinquième Évangile, an dem er mit dem Szenaristen Jean-Luc Istin zusammenarbeitete, bevor er mit Jérôme Le Gris an Malicorne arbeitete. Q

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