[Rezensionsexemplar] Find me in Rome von Bianca Mirtschink

Ein Auslandssemester in Rom: Sonne, Sommer, eine neue Uni, eine aufregende Stadt – das wird die beste Zeit ihres Lebens, da ist sich Cassie sicher. Doch dann muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr Exfreund Ethan nicht nur zur gleichen Zeit wie sie in Rom ist, sondern auch noch im Wohnheim direkt gegenüber lebt. So hatte sie sich die ewige Stadt nicht vorgestellt. Denn Ethan war nicht nur ihre große Highschool-Liebe, sie hat ihn auch nie ganz vergessen können …

Quelle, Leseprobe

 

Find Me in Rome

Dieses Buch ist eine meiner SuB-Leichen—schlimmer noch, eines der Rezensionsexemplare, die ich voller Begeisterung auf Netgalley angefragt habe, bevor ich  schnell wieder das Interesse verlor. Bianca Mirtschinks Debut-Roman erschien 2021 und seitdem habe ich es nicht mehr wirklich in Betracht gezogen, obwohl die Thematik eines Auslandssemesters seitdem immer wieder sehr relevant für mich war. Auch der Handlungsort, Rom, hat mich zuerst gelockt, denn ich war bereits zweimal selbst dort. Nichtsdestotrotz habe ich bis vor Kurzem geglaubt, dieses Buch niemals lesen zu werden. Dann begann ich es spontan auf der Zugreise nach Italien und las es aus, bevor ich selbst erneut in Rom ankam.

 

Debut-Roman mit einigen Unebenheiten

Dieses Buch ließ sich leicht und schnell lesen, trotz einer später eingeführten eher unschönen Thematik. Doch während es sich leicht lesen lässt, bleiben wir in vielerlei Hinsicht auch auf einer oberflächlichen Beziehung mit unseren Charakteren. An vielen Stellen hätte ich mir mehr Verwirklichung des gegebenen Potenzials gewünscht. Der gesamte Auslöser dieser Second Chance-Romance mit Italien-Setting ist eine schmerzhafte Erfahrung der Protagonistin. Vielleicht bin ich nun an einem Punkt angekommen, wo ich ihren Umgang mit dieser als Misskommunikation bzw. als Abwesenheit von Kommunikation abtue. Doch für mich wurde dieser Vorfall nicht genug aufgearbeitet oder genutzt. Weder konnte sie sich eingestehen oder sich damit auseinandersetzen, dass ihre Entscheidung damals übereilt oder potenziell unreif war, noch findet sie darin eine Art Mehrwert in Form einer Realisierung über ihre Ängste oder dergleichen.

In vielerlei Hinsicht war mir unsere Protagonistin zu glatt und flach, ihre „Probleme“ zu lösbar. Nicht dass ich es abstreite, dass eine Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten oder dem potenziellen Wieder-Verletzt-Werden nicht auch zu einer Charakterentwicklung führen kann. Hier fehlte mir jedoch eine wirkliche Auseinandersetzung mit ihren inneren Konflikten. Hinzu kommt eine schwierige Thematik*, die durchaus berührt, aber eben auch in vielerlei Hinsicht zu glatt, einfach, und schnell eingeführt und aufgelöst wird.

 

Rom als Schauplatz

Ein weiteres potenzielles Highlight für mich hätte der Schauplatz sein können. Rom hat mich schon lange fasziniert und ich habe ich genossen, in diesem Buch einen Geheimtipp zu finden, den ich gerne einmal besuchen möchte. Davon abgesehen bleibt die Stadt selbst für mich aber relativ grau in diesem Buch. Ich hätte mir mehr von der Alltäglichkeit unserer Protagonistin erhofft, die nicht einzig und allein mit ihrer wiedererblühenden Beziehung zusammenhängt. Jedoch hat die Autorin beinahe ausschließlich Wert auf diese gelegt und unsere Hauptfigur dadurch in jeder anderen Hinsicht recht langweilig erscheinen lassen.

Der Fokus auf die romantische Beziehung gibt uns zumindest einige durchaus rührende Momente, sogar einige erotische, und vor allem viel Liebe für ihren Love Interest. Zugleich erscheint dieser dadurch aber auch etwas zu glatt. Er ist so aufmerksam und liebevoll, dass die ursprüngliche Entscheidung unserer Protagonistin erneut etwas übereilt und weniger nachvollziehbar erscheint. Alles in allem hätten einige zusätzliche Charakterzüge und Details diesem Debut-Roman sehr gutgetan. Zugleich zeigt sich hier das Potenzial, welches sich in kommenden Büchern der Autorin umsetzen lässt.

 

Fazit

Dieser Second Chance-Romance habe ich das Debütieren ihrer Autorin noch stark angemerkt, doch die Liebesbeziehung, das Setting und auch das ernste, später eingeführte Thema lassen Bianca Mirtschinks Potenzial erahnen und mich ihrer folgenden Veröffentlichungen freudig entgegen blicken.

 

 

* häusliche Gewalt (nicht in Bezug auf unsere Protagonistin, nicht auf der Seite)


Die Autorin:

Bianca Mirtschink wurde 1996 in der Nähe von Dresden geboren. Geschichten begleiten sie schon ihr ganzes Leben, zunächst jedoch nur als Leserin. Nach der Schule wandte sie sich zunächst den Naturwissenschaften zu. Dann jedoch gewann die Liebe zu Literatur und Sprache, weshalb sie seit 2019 in Leipzig Germanistik studiert. Zeitgleich begann sie auch mit dem Schreiben. Wenn sie nicht mit ihren eigenen Geschichten beschäftigt ist, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten mit Büchern oder Spaziergängen, bei denen ihr oft neue Ideen kommen. Q

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