Hallo ihr Buchreisenden,
die letzte Woche bescherte uns in Utrecht, aber scheinbar auch in vielen anderen europäischen Städten, neue Höchsttemperaturen für diese Jahreszeit, sodass besonders meine Produktivität etwas beschränkt wurde. Somit konzentrierte ich mich auf die Ereignisse, denen ich nicht aus den Weg gehen konnte (Arbeit, lang geplante Konzerte) und versuchte an anderen Stellen Energie zu sparen. Nichtsdestotrotz oder vielleicht gerade deswegen habe ich mehrmals das Kino besucht, aber auch ein halbes Buch gelesen und ein ganzes Hörbuch durchgehört.
Was ich gelesen und gehört habe…
Nachdem ich 30 Days, 10 Dates, 1 Drama von Lea Kaib beendet hatte, startete ich mit einem weiteren Buch, das bereits viel zu lang auf meinem digitalen Rezensionsstapel liegt, nämlich Gleanings von Neal Shusterman. Dieses Buch liefert verschiedene Prequels zu der Scythe-Trilogie und nimmt mich mit jeder einzelnen gefangen. Bisher habe ich etwa 50% gelesen und hoffe, noch mehr bis zum Ende des Monats zu schaffen. Andererseits gibt es nur noch wenige Tage bis dahin…
Außerdem habe ich nach To Love A God von Anna Benning ein neues Hörbuch begonnen und bereits ausgehört: Two Can Play von Ali Hazelwood. Dies ist eine weitere, wenn auch bedeutend kürzere, ihrer Rivals-to-Lovers mit Misscommunication-Romances. Ich hoffe, die Rezension zu diesem Buch am Sonntag niedergeschrieben zu haben, sodass ihr sie noch diese Woche erhaltet. Welches Hörbuch ich als nächstes angehe, werdet ihr (und vielleicht auch ich) erst in einem späteren Update erfahren.
Was ich angesehen habe…
The History of Sound (2026)
Mit Josh O’Connor und Paul Mescal hat mich dieser Film bereits vor der Vorstellung abgeholt. Zudem beinhaltet er eine queere Love Story um die Zeit des ersten Weltkrieges, was bei mir Tränen bereits vorprogrammierte. Davon abgesehen war es eine Wohltat, die beiden Charaktere sich begegnen und sich verlieben zu sehen. Ich finde es schade, dass wir nur einem von ihnen wirklich durch sein Leben folgen, doch zugleich macht diese Perspektive die Geschehnisse noch einmal so viel intensiver und berührender. Ich habe diese Geschichte ungemein genossen, aber auch gefühlt und für ihre Metaphern, die ich vermutlich noch nicht alle entziffert habe, sogar geliebt. Auch die musikalischen Elemente waren ein absolutes Highlight!
Conan Gray: Wishbone Tour – Amsterdam, 14.05.2026
Wo wir gerade von Musik sprechen… In den letzten zwei Wochen habe ich zwei Konzerte besucht, die viele tausende Menschen angezogen haben. Zuerst sah ich Conan Gray live und habe alles an seinem Auftritt, seinen Outfits, den Kulissen, seinen Liedern, seinen Fans, seinem Humor geliebt. Eine Woche vor dem Konzert kannte ich nur wenige Lieder, jedoch hat es mich zu einem Teil eines Größeren gemacht, mir die Lieder wiederholt anzuhören und schlussendlich mitsingen zu können. Dieses Konzert wird mir noch lange in Erinnerung bleiben!
I Swear (2026)
Diesen Film über einen schottischen Mann mit Tourette-Syndrom wollte ich bereits seit zwei Monaten ansehen, bin aber erst jetzt dazu gekommen. Was vielleicht auch nicht allzu schlimm ist, denn diese Geschichte, besonders da sie auf einem wahren Leben basiert, hat mich sehr mitgenommen. Ich konnte wundervoll lachen, habe aber auch einige Tränen vergossen. Besonders rührend war schlussendlich der Teil, in dem unser Protagonist, John Davidson, andere Menschen mit Tourette-Syndrom zusammenbringt, aber auch außenstehende darüber aufklärt. Robert Aramayo liefert zudem eine grandiose Darbietung. Für die Sicherheit und Akzeptanz von Menschen wie John sollten wahrlich mehr Leute sich informieren und definitiv auch diesen Film ansehen!
Merrily We Roll Along (2025)
Noch einmal musikalisch wurde es mit dieser professionellen Aufnahme des Musicals in New York, die nun endlich bei uns im Kino gezeigt wurde. Mit Jonathan Groff, Daniel Radkliffe und Lindsay Mendez wurde dieses Musical top besetzt und überzeugt auf der Leinwand ebenso sehr wie auf der Bühne live. Die Geschichte dreier Freunde, die sich über Jahre zu sehr in verschiedene Richtungen entwickeln und somit schlussendlich den Kontakt abbrechen, war ebenfalls sehr rührend. Das Besondere ist, dass diese Handlung chronologisch in umgekehrter Reihenfolge erzählt wird. Wir erfahren zuerst, dass sie alle verschiedene Wege gehen, dann führt uns das Musical dorthin zurück, wo alles begann, und zeigt uns auf dem Weg, wie alles in die Brüche ging, wenn auch mit zahlreichen glücklichen Momenten zwischendurch. Ich habe es geliebt und sehr genossen, mit all den Lachern und Tränen!
Harry Styles: Together Together Tour – Amsterdam, 22.05.2026
Was eigentlich ein absolutes Highlight hätte sein sollen, war eher ein wenig unterwältigend. Harry Styles hatte ich noch nie zuvor live gesehen, aber von ihm als Weltstar hatte ich schon ein wenig mehr erwartet. Vor allem im Vergleich mit Conan Gray eine Woche zuvor fällt auf, wie wenig Gedanken in Kostüme, Kulissen oder dergleichen gesteckt wurde. Harry hat uns durchaus viel Freude gebracht und das Publikum war einfach wundervoll! Nichtsdestotrotz kann ich nicht ganz verstehen, warum Leute diese Show und Harry so zelebrieren, wenn wir für einen ähnlichen Preis wie bei Taylor Swift nur bedeutend weniger zu sehen bekommen. Ich hatte ein Gespräch mit einer Konzert-Gängerin am Tag vor meinem Konzert und sie war so endlos begeistert von ihm als „Showman,“ was meine Erwartungen wohl einfach überhöht hat, denn von Herumrennen und Singen abgesehen ist von seiner Seite auf der Bühne nicht viel passiert. Ich möchte ihn nicht als Künstler oder Person kritisieren, denn ich habe auch gehört, dass seine letzte Tour ihn ausgebrannt hat. Viel mehr geht es mir darum zu reflektieren, was scheinbar ein Mann auf der Bühne präentieren muss, um zelebriert zu werden, und was eine Frau liefern muss, um ein wenig Anerkennung zu erhalten…
Wie ihr sehen könnt waren meine letzten zwei Wochen durchaus ziemlich voll. Ich habe in vielerlei Hinsicht fantastische Geschichten erlebt und grandiose Performances sehen dürfen! Dafür bin ich ungemein dankbar, hoffe aber auch, dass sich der Trubel in den nächsten Wochen wieder etwas legt und mir etwas mehr Ruhe vergönnt ist. Euch wünsche ich ebenfalls ein paar besonnene Momente mit ein paar wundervollen Büchern!
Herzliche Grüße, eure Sophia
