Hallo ihr Buchreisenden,
heute gibt es auch eine Art Recap oder Rückblick für euch, jedoch mit ganz ausgewählten Büchern. Nämlich geht es heute um jene Bücher, die ich einzig und allein gelesen habe, weil mein Buchclub sie ausgewählt hat. Obwohl wir eigentlich versuchen, jeden Monat ein Treffen zu organisieren, ein Buch zu besprechen, und ein neues für den kommenden Monat auszusuchen, ist dies in den letzten Monaten nicht allzu gut gelungen. Seit dem Beginn des neuen Uni-Jahres haben wir lediglich vier verschiedene Bücher ausgesucht, von denen ich nur drei gelesen habe. Von der Anzahl abgesehen, bewegt mich unser Buchclub dazu, außerhalb meiner liebsten Genre zu lesen und neue Subgenre für mich zu entdecken–oder zumindest auszuprobieren. Deswegen wollte ich heute einen kleinen Shoutout zu Buchclubs geben, die uns nicht nur Gemeinschaft, sondern auch neue Abenteuer schenken!
Unser Sommer-Buch: „Ich bin Circa“ von Madeline Miller
Unsterblich. Unvollkommen. Unbezähmbar.
Circe ist Tochter des mächtigen Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse, doch sie ist ganz anders als ihre göttlichen Geschwister. Ihre Stimme klingt wie die einer Sterblichen, sie hat einen schwierigen Charakter und ein unabhängiges Temperament; sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und fühlt sich in deren Gesellschaft wohler als bei den Göttern. Als sie wegen dieser Eigenschaften auf eine einsame Insel verbannt wird, kämpft sie alleine weiter. Sie studiert die Magie der Pflanzen, lernt wilde Tiere zu zähmen und wird zu einer mächtigen Zauberin. Vor allem aber ist Circe eine leidenschaftliche Frau: Liebe, Freundschaft, Rivalität, Angst, Zorn und Sehnsucht begleiten sie, als sie Daidalos, dem Minotauros, dem Ungeheuer Scylla, der tragischen Medea, dem klugen Odysseus und schließlich auch der geheimnisvollen Penelope begegnet. Am Ende muss sie sich als Magierin, liebende Frau und Mutter ein für alle Mal entscheiden, ob sie zu den Göttern gehören will, von denen sie abstammt, oder zu den Menschen – die sie lieben gelernt hat. Quelle
Meine kurze Meinung dazu: Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt, oder vielleicht war ich nicht in der richtigen Stimmung, aber ich weiß die Schönheit zu schätzen, die Madeline Miller mit dieser feministischen Neuinterpretation einer Figur geschaffen hat, die in der Geschichte eines Helden eher als Hindernis und Bedrohung angesehen wurde. Dieses Buch holt diese Erzählung zurück und bietet somit eine großartige alternative Lesart sowohl für antike Geschichten als auch für moderne gesellschaftliche Themen. Meine gesamte Rezension (in Englisch)
Unsere Herbst-Wahl: „Bevor der Kaffee kalt wird“ von Toshikazu Kawaguchi
In einer kleinen Seitengasse in Tokio gibt es ein Café mit Namen Funiculi Funicula , das seit über hundert Jahren außergewöhnlich guten Kaffee serviert. Eine lokale Legende besagt, dass es noch etwas anderes als Kaffee anbietet: die Möglichkeit, in der Zeit zurückzureisen. Doch Zeitreisen sind nicht so einfach, und es gibt Regeln, die befolgt werden müssen. Am wichtigsten ist, dass die Reise nur so lange dauern kann, wie der Kaffee braucht, um kalt zu werden. Im Laufe eines Sommers besuchen vier Menschen das Café in der Hoffnung, diese Reise anzutreten. Sie möchten diese einmalige Gelegenheit nutzen, um Dinge abzuschließen und Trost zu finden. Ihre Motive sind unterschiedlich, doch die gelernte Lektion dieselbe: Egal ob Versöhnung, Vergebung oder neue Hoffnung – das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Quelle
Was ich dazu gesagt habe: Obwohl dies ein Buch ist, das ich mir von selbst wohl nie ausgesucht hätte, hat es mir gut gefallen. Dennoch mochte ich den Schreibstil nicht durchweg. Außerdem hat mich der nachdenkliche Höhepunkt am Ende des Buches nicht ganz überzeugt, da mir die Moral der Geschichte bereits im ersten Kapitel klar geworden war. Meine vollständige Rezension (in Englisch)
Gelesen zum Anfang des Jahres: „Das Glück hat acht Arme“ von Shelby Van Pelt
Seit Tova Sullivan Witwe ist, putzt sie im Sowell Bay Aquarium. Ihr fällt auf, wie Marcellus, ein neugieriger, frecher Riesenoktopus, sie aus seinem Aquarium anschaut. Marcellus ist enorm klug, aber für Menschen würde er keinen Tentakel rühren – bis er sich mit Tova anfreundet. Ihm erzählt sie von ihrem Sohn, der vor Jahrzehnten verschwand. Schlau, wie er ist, erkennt Marcellus ein Geheimnis, von dem Tova nichts ahnt. Jetzt hat er alle acht Arme voll zu tun, um die Wahrheit für Tova ans Licht zu bringen – bevor es zu spät ist.
Ein wunderbar heiterer Roman über die unwahrscheinliche Freundschaft zu einem Oktopus, der Fremde zu einer Familie zusammenführt. Der große New York Times-Bestseller. Quelle
Was ich dazu zu sagen hatte: Ich bin froh, dass wir uns diesen Bestseller ausgesucht haben, nicht nur wegen der Verbindungen zwischen den Arten, sondern auch wegen der zwischenmenschlichen und persönlichen Entwicklungen, die wir miterleben durften. Eine Frau, die ihren Sohn verloren hat, und ein Mann, der seinen Vater nie kennengelernt hat, finden ineinander Gesellschaft und schließlich so etwas wie eine Familie – und das alles begleitet vom unterhaltsamen Witz eines Oktopus, der sich in seinen alten Tagen nach Freiheit sehnt. Zu meiner gesamten Rezension (in Englisch)
Unsere finale Wahl: „Glennkill“ von Leonie Swann
Im beschaulichen Glennkill liest der Schäfer George Glenn Abend für Abend seiner Herde Geschichten vor – auch mal einen Krimi. Als er dann selbst leblos im irischen Gras liegt, einen Spaten in der Brust, wissen die Schafe: Das war Mord. Aber wer hat den alten Schäfer umgebracht? Was war das Motiv? Und wie findet man einen Mörder?
Entschlossen suchen die Schafe nach Hinweisen, allen voran Miss Maple, das klügste Schaf der Herde (und vielleicht auch weit und breit). Zum Glück können sie sich von den vielen Geschichten inspirieren lassen, die sie über die Jahre zu hören bekommen haben. Zwischen Dorfkirche und Schäferwagen erwarten sie unzählige Rätsel, die sich nur mit einer Menge Scharf- und Schafssinn lüften lassen – dem Täter stets auf der Spur.
Und so nähert sich die Herde Schritt für Schritt, Huf für Huf, den Geheimnissen und Eigenarten der Menschenwelt … Quelle
Meine finale Meinung: Leider hat mich das Buch nicht so sehr begeistert wie der Film, der, wie ich finde, nur lose auf Leonie Swanns Vorlage basiert. Anfangs war ich ganz begeistert, aber nach der Hälfte des Buches ließ meine Begeisterung nach, und am Ende war ich ziemlich genervt und enttäuscht. Was aber nicht heißt, dass es zwischendurch nicht auch einige großartige und humorvolle Stellen gegeben hätte! Lest hier meine komplette Rezension (in Englisch)
Alles in allem haben wir zusammen vier (die anderen sogar fünf) Bücher in den letzten Monaten gelesen, die ich sehr wahrscheinlich für mich allein niemals in die Hand genommen hätte. Ein paar von ihnen haben mir bedeutend besser gefallen als andere, doch alle haben mir ein paar schöne Lesestunden geschenkt. Falls ihr es wagt, euch der demokratischen Entscheidung anderer anzuschließen und dabei ungekannte Schätze zu entdecken, kann ich euch wahrlich nur empfehlen, euch einem Buchclub anzuschließen. Unserer hat sich lediglich auf Fiktion fokussiert, doch es gibt wahrlich viele andere da draußen, die spezieller vorgehen und sicher euren Geschmack vertreten können!
Liebe Grüße, eure Sophia

Unsterblich. Unvollkommen. Unbezähmbar.
In einer kleinen Seitengasse in Tokio gibt es ein Café mit Namen Funiculi Funicula , das seit über hundert Jahren außergewöhnlich guten Kaffee serviert. Eine lokale Legende besagt, dass es noch etwas anderes als Kaffee anbietet: die Möglichkeit, in der Zeit zurückzureisen. Doch Zeitreisen sind nicht so einfach, und es gibt Regeln, die befolgt werden müssen. Am wichtigsten ist, dass die Reise nur so lange dauern kann, wie der Kaffee braucht, um kalt zu werden. Im Laufe eines Sommers besuchen vier Menschen das Café in der Hoffnung, diese Reise anzutreten. Sie möchten diese einmalige Gelegenheit nutzen, um Dinge abzuschließen und Trost zu finden. Ihre Motive sind unterschiedlich, doch die gelernte Lektion dieselbe: Egal ob Versöhnung, Vergebung oder neue Hoffnung – das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.
Seit Tova Sullivan Witwe ist, putzt sie im Sowell Bay Aquarium. Ihr fällt auf, wie Marcellus, ein neugieriger, frecher Riesenoktopus, sie aus seinem Aquarium anschaut. Marcellus ist enorm klug, aber für Menschen würde er keinen Tentakel rühren – bis er sich mit Tova anfreundet. Ihm erzählt sie von ihrem Sohn, der vor Jahrzehnten verschwand. Schlau, wie er ist, erkennt Marcellus ein Geheimnis, von dem Tova nichts ahnt. Jetzt hat er alle acht Arme voll zu tun, um die Wahrheit für Tova ans Licht zu bringen – bevor es zu spät ist.
Im beschaulichen Glennkill liest der Schäfer George Glenn Abend für Abend seiner Herde Geschichten vor – auch mal einen Krimi. Als er dann selbst leblos im irischen Gras liegt, einen Spaten in der Brust, wissen die Schafe: Das war Mord. Aber wer hat den alten Schäfer umgebracht? Was war das Motiv? Und wie findet man einen Mörder?