Hallo ihr Buchreisenden,
vor einigen Wochen habe ich euch bereits einen Rückblick auf meinen Sommerurlaub versprochen, doch bisher sind so viele andere Verpflichtungen auf mich zugekommen, dass ich dieses Versprechen immer weiter vor mir hergeschoben habe. Nun haben ein paar Freund*innen und ich für letzte Woche einen Power Point-Abend geplant, an dem wir uns gegenseitig unsere Sommerferien vorstellen würden, sodass ich eine genauere Deadline hatte, um mich erneut mit meiner Reise (order meinen Reisen) und meinen Erfahrungen, Bildern, und Empfehlungen auseinander zu setzten. Dementsprechend dachte ich… Wenn nicht jetzt, wann dann?
Meine Sommerferien waren sehr vielfältig, von Besuchen zuhause zu neuen Ländern, Kulturen und Aktivitäten. Ich kann diesen unglaublich zahlreichen Erfahrungen nie und nimmer in einem Post hier gerecht werden, sodass ich lediglich ein paar Highlights vorstellen möchte, ohne jedes Detail zu versprechen. Von Prag habe ich euch zudem bereits erzählt, sodass ich danach ansetzen werde.
One Republic & Jessie J in Halle
Ein weiterer kurzer Aufenthalt in der Heimat wurde durch ein Konzert zu etwas besonderem. One Republic hatte ich bereits zweimal zuvor gesehen, sodass mein Highlight dieses Auftritts definitiv die Sängerin Jessie J war. Ihre Lieder über Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen haben mich während meiner Jugend für eine Weile sehr intensiv begleitet, sodass diese Emotionen mich ihre Live-Performances ungemein genießen ließen. Was ich bei beiden Artists jedoch schade finde, ist, dass sie ihre Plattform nicht nutzen. Während Jessie J zumindest über Selbstliebe und mentale als auch physische Gesundheit spricht, fokussiert sich Sänger Ryan Tedder vor allem auf die WM und stellt One Republic damit erneut als sehr privilegierte Boy Band dar. Das hat meiner Erfahrung bei ihrem Konzert (trotz wundervoller Inszenierung ihrer Musik) etwas gedämpft.

Frankreich
Zwei Tage später ging es für mich sehr zeitig früh los in Richtung Frankreich, wo ich dann auch recht spät abends ankam. Von da an konnte ich mich aber etwas mehr in dem Haus der Großeltern meines Freundes entspannen. Mit seiner Familie genoss ich schöne Spaziergänge in Südfrankreich, tolles Wetter im Pool, gemütliche Abende mit Filmen und Rätseln oder Spielen, sowie immer sehr leckeres veganes Essen. Außerdem machten wir zu zwei einen Ausflug nach Toulouse, eine wunderschöne, nicht zu große Stadt, wo ich euch das Hundecafé Le Canithé sehr ans Herz legen kann.
Plant-Based Universities Sommercamps
Von diesem eher ruhigen Teil des Urlaubs mit wenigen Menschen um uns Herum ging es dann zu einem Sommercamp mit mehr als 100 Menschen–eine krasse Umstellung. Es gab für mich einige wenige bekannte Gesichter, doch in diesen vier Tagen sind mir einige Personen wirklich sehr ans Herz gewachsen. Von Workshops über individuelle Präsentationen über verschiedenen Kampagnen, zu leckeren und sozialen Mahlzeiten und kulturellen und unterhaltsamen Abendgestaltungen war alles dabei, was ich mir von diesem Camp erhofft hatte. Zudem bekam ich die Möglichkeit, einige Workshops tatkräftig zu unterstützen, und habe mich dadurch sehr empowered gefühlt. Mit dieser Energie bin ich dann auch extrem motiviert nach Utrecht zurück gekehrt, wo ich mittlerweile ein Team von etwa 10 Mitgliedern unterstütze und zusammenbringe. Ohne die Camps hätte ich nicht geglaubt, dass ich dies kann und erst recht nicht so viel Unterstützung von anderen Kampagnen in den Niederlanden verspürt.

Tecklenburg
Nach ein paar Tagen in Utrecht ging es dann mit meiner Mutter, ihrem Freund und meinem Freund zu unserem alljährlichen Wochenende in Tecklenburg. Dieses Jahr hat mich leider keines der Musicals–weder Rocky, noch Der Medicus–wirklich von sich überzeugen können. Mehr dazu berichtet habe ich bereits in einem Dies und Das. Zudem haben wir diese Tage mit schönen Wanderungen verbracht, von denen es in den Wochen danach noch zahlreiche weitere gab.
Innsbruck
Zu zweit ging es dann endlich in unseren langgeplanten Urlaub inklusive Road Trip. Wir starteten mit dem Zug nach Innsbruck, wo wir drei Nächte in Hall im Tirol schliefen und tagsüber einmal Innsbruck erkundeten, einen anderen Tag auf unsere erste Klettersteig-Wanderung gingen. Innsbruck ist verhältnismäßig auch recht klein, hat aber einige wunderschöne Ecken und vor allem viel Geschichte und Wissen über Maria Theresia in der Hofburg versammelt. Wir genossen zudem dort ein fantastisches Abendessen bei Meow Pizzeria Verde und Frühstück im Café Naiv.
Klettersteigen
Außerdem bestiegen wir den Glungezer Riesen nicht nur durch Wandern, sondern zum ersten Mal auch mit einem Via Ferrata-Set und an mehr oder minder steilen Felsformationen. In der Nähe von Innsbruck unternahmen wir ein solches Abenteuer zum ersten Mal und waren dabei von den Aussichten und der Abgeschiedenheit begeistert. In der folgenden Wochen unternahmen wir dann noch vier weitere Klettersteige in Südtirol und auch in der Steiermark, dazwischen campten wir auf verschiedenen Stellplätzen und konnten dabei auch einiges an Natur erkunden.
Klettersteige, die wir unternommen haben (Aufstiegszeiten)
Glungezer Riese, Innsbruck – B/C – 560 hm (2 Stunden)
Les Cordes, Trent – B/C – 268 hm (2 Stunden)
Geosteig Silberreith – C – 480 hm (2,5 Stunden)
Franz-Scheikl-Klettersteig Hochlantsch – C – 780 hm (2,5 Stunden)
Ich kann es kaum erwarten, dieses Abenteuer zu wiederholen. Besonders in den Alpen, aber auch in Norwegen scheint es dazu nur allzu viele Möglichkeiten zu geben. Und vielleicht finden wir auch einige geeignete Routen in Belgien oder Deutschland, die nicht ganz so lange Fahrzeiten verlangen.
Graz
Hatten wir die letzte Woche mit einem Leihauto zurückgelegt und uns frei von einem zum nächsten Klettersteig/Campingplatz bewegt, kehrten wir im Anschluss für zwei Nächte bei einer Freundin in Graz ein. Dort genossen wir ebenfalls das schöne Wetter und Eiscreme, aber vor allem auch Zeit mit ihr. Außerdem schauten wir den ersten Wicked-Film, als auch den Pro-Shot von Hadestown. Für meinen Freund waren es beide die ersten Male und er hat es zum Glück sehr genossen (und macht nun zahlreiche Anspielungen auf Wicked).
Ljubljana
Für unseren ersten Jahrestag hatten wir uns dazu entschiedenen, zwei Nächte in Ljubljana zu verbringen, da wir beide diese Stadt noch nicht erkundet hatten. Mit einer Free Walking Tour konnten wir unser Wissen über die Stadt auch innerhalb von nur zwei Stunden ungemein erweitern. Wir hatten schönes Wetter, viel Eiscreme, haben tolle Attraktionen erlebt und kleine Souvenirs mitgenommen (unter anderem ein hölzernes, faltbares Schachbrett) und leckeres Essen genossen. Besonders Veganika kann ich euch sehr ans Herz legen–wir haben eine halbe Stunde für einen Tisch warten müssen, doch das Essen war es allemal Wert.
Zagreb
Zu guter Letzt statteten wir auch der kroatischen Hauptstadt noch einen Besuch ab. Auch dort nahmen wir an einer Fee Walking Tour teil, die uns mit zahlreichen Geschichten über die Stadt versorgte, von den Ursprüngen über die Hexenverfolgung bis zum zweiten Weltkrieg und den Balkankriegen. Auch dort genossen wir unglaublich gutes Essen, besonders bei Zrno Bio Bistro und Restoran Vegehop. Auch das Museum of Lost Tales voller Folklore und mystischer Geschichten kann ich euch sehr ans Herz legen, wenn es euch nach Kroatien zieht.

Alles in allem war dieser Monat voller verschiedener Orte und Abenteuer doch gut balanciert zwischen Action und Abenteuer und Kultur und neuen Erfahrungen. Zwischendurch war ich durchaus auch für den Regen und ein paar ruhigere Tage dankbar, wenn ich es auch jetzt kaum erwarten kann, diese Abenteuer zu wiederholen. Welche Erlebnisse habt ihr diesen Sommer gemacht?
Liebe Grüße, eure Sophia
