Hallo ihr Buchreisenden,
da ich, wie vor einigen Wochen angekündigt, momentan keine Kapazitäten für regelmäßige Updates habe, gibt es derzeit auf keinen spezifischen Platz um meine Meinung zu einigen angesehen Filmen zu teilen. Dementsprechend erwecke ich ein früheres Format wieder zu leben, um mit euch zu teilen, welche Filme mich in den letzten Wochen mehr oder weniger mitgenommen haben. Viele dieser Filme habe ich allein in den letzten zwei Wochen angesehen, in denen ich mich in den regnerischen Ardennen befand, oder zu meiner Überraschung weniger Schichten auf Arbeit zugeteilt bekommen habe. Zudem stehen noch einige Filme auf meiner Liste, die ich hoffentlich im November ansehen kann, auch wenn mein Kalender bereits ziemlich voll ist.
The Hunger Games (2012)
Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie ich mich gefühlt habe, als ich das Kino nach diesem Film verlassen habe. Ich war geschockt von der Gewalt und Brutalität, die in diesem Film und unter dem herrschenden Regime präsentiert wurde. Ähnlich muss es wohl meinem Freund ergangen sein, denn er hatte keine allzu guten Erinnerungen oder auch nur eine gute Meinung von dem Film, hat sich aber dennoch dazu bereit erklärt, ihn erneut mit mir anzusehen. Während ich mich nach dem Ansehen des ersten Filmes in 2012 jedoch in das Fandom gestürzt habe, hat es ihn davon abgehalten, die anderen Filme ebenfalls anzusehen. Und auch jetzt hat er daran kein großes Interesse–und irgendwie kann ich es verstehen. Der erste Film ist trist, düster, deprimierend und extrem brutal–handelt es sich doch bei den Hauptfiguren um Kinder, die sich gegenseitig umbringen. Nichtsdestotrotz sehe ich in ihm auch soviel Mut und Solidarität, den Anfang eines Umschwungs, den ich in jeder Faser meines Körpers spüre. Ich liebe den Film vor allem dafür, dass er der Anfang einer grandiosen Geschichte ist, kann aber verstehen, dass er in seiner Tristheit abschreckend wirken kann und sich andere nicht noch einmal etwas Derartiges anschauen wollen würden, selbst wenn sie die Hoffnung zwischen dem Grauen rührt.
The Hunger Games: Catching Fire (2014)
Alleine habe ich mich dann auf meinem Quest, alle bisherigen Filme der Reihe vor der baldigen Neuerscheinung erneut anzusehen, an den zweiten Film gewagt. Und dieser ist bereits so anders. Die Tristheit weicht nach den ersten zwanzig Minuten und macht Platz für Wut, Intrigen, neue fantasische, aber zuerst schwer zu durchschauende Charaktere, und vor allem mentale Puzzle, für die ich diesen Film so liebe. Die neuen Charaktere sind komplexer als die Tribute des ersten Filmes, da sie alle ganz verschiedene Hintergrundgeschichten haben und ihren eigenen Groll auf das Capitol hegen–und diesen auch ganz einzigartig ausleben. Besonders nachdem ich den letzten Band der Reihe kürzlich gelesen habe, liebe ich das Wiedersehen mit Beetee und Wiress, wenn sie in diesem Film nun auch etwas weniger komplex erscheinen als sie in ihrer Vergangenheit waren. Zudem liebe ich die Arena, so strange das auch klingt. Ich liebe es, herauszufinden, wie sie funktioniert, und wie unsere Allianz diese Struktur nutzt, um sie zu zerstören. Es ist eine Wohltat nach dem ersten Film und den ersten zwanzig Minuten dieses Filmes zu erfahren, wie viele Menschen bereits im Widerstand involviert sind und wie jedes kleine Rad von Bedeutung ist. Ich freue mich ungemein auf mein Rewatch der anderen drei Filme und schlussendlich auf den neuen Film auf der großen Leinwand.
Jane Godall: The Hope (2025)
Einen weiteren Film, den wir uns im Urlaub ansahen–dieses Mal von meinem Freund ausgesucht–ist diese Dokumentation über Jane Godall. Da ich noch nicht allzu viel über sie wusste, bis auf ihre jahrelange Verbindung zu Schimpansen, habe ich unglaublich viel über ihr gesamtes Leben und ihre zahlreichen Initiativen gelernt. Besonders beeindruckend finde ich, dass sie sich nicht nur für Schimpansen eingesetzt hat, sondern auch für die anderen Lebewesen (Menschen) in deren Habitat gesprochen und neue Möglichkeiten geschaffen hat. So berichtet der Film nicht nur von ihren Initiativen für Tiere, sondern auch Stiftungen für Frauen in Ländern, in denen sie sozial bedingt viel weniger Chancen auf Selbstverwirklichung haben. Da Jane Godall selber eine der ersten Frauen war, die derartige Arbeit geleistet hat, kann sie ungemein inspirierend für junge Frauen sein. Ich war auch extrem gerührt von Janes Sentiment, dass es egoistisch sei, weiter mit den Schimpanzen zu leben, wenn sie doch die Macht hat, ihre Stimme in deren Sinn zu nutzen und Menschen auf ihre Konditionen aufmerksam zu machen. Eine wirklich sehr faszinierende und inspirierende Frau!
The Social Reckoning (2026)
Daran, The Social Network, gesehen zu haben, kann ich mich kaum bis gar nicht erinnern. Dieser Film hingegen stand weit oben auf meiner Watch List–nicht nur aufgrund der Cast, sondern auch der Thematik, die kaum aktueller und wichtiger sein könnte, jedoch durch eine mehr oder minder fiktive Wiedererzählung um Horwitz und Haugen und dem größten Facebook-Skandal „unterhaltsam“ auf die Kinoleinwand gebracht wird. Ich mochte die Darbietungen der Schauspieler*innen, glaube aber, dass der Film bewusst Mark Zuckerberg durch Jeremy Strongs Schauspiel karikiert, während ihm narrativ eher eine neutralere Haltung gegeben wird, um mögliche Vorwürfe der Diffamierung zu vermeiden. Horwitz und Haugen stehen jedoch viel mehr im Vordergrund und werden von Jeremy Allen White und Mikey Madison wunderbar vielfältig porträtiert. Zugegebenermaßen wusste ich nicht viel über die Hintergründe der Facebook Files und kann somit nicht sagen, wie akkurat die Umstände dargestellt werden. Die Gefahr, die von sozialen Netzwerken wie Facebook ausgeht, wird in diesem Film jedoch allzu deutlich.
Wildwood (2026)
Dieser Film wäre mir beinahe gar nicht aufgefallen, was wahrlich eine Schande gewesen wäre. Er bedient sich durchaus an einigen anderen Fantasy-Epen (besonders Narnia), kreiert aber eine ganz eigene packende Geschichte mit unglaublich schönen Bildern, rührenden Hintergrundgeschichten und unterhaltsamen Dialogen. Auch Kampfszenen und durchaus auch Blut sind ein Teil dieses mitreißenden Abenteuers, doch alles in allem bleibt es sehr kindertauglich. Zudem hat mich die Musik immer wieder ungemein mitgewissen und in die Geschichte gezogen. Eine wahnsinnig schöne Produktion!
Sense und Sensibility (2026)
Zu guter Letzt habe ich mir am Donnerstag noch die neue Adaption von Jane Austens „Sense und Sensibility“, zu deutsch „Verstand und Gefühl“, angesehen. Tatsächlich ist mir aufgrund des englischen Titels bis etwa zur Hälfte des Filmes entfallen, dass ich diese Geschichte dank einer kürzlich rezensierten Graphic Novel durchaus bereits kenne. Von den ersten Shots an, habe ich mich in die Kostüme und die Musik verliebt, später dann auch in die Darsteller*innen und die Lover Interests ihrer Figuren. Ich war gefesselt und emotional involviert und konnte meine Augen selbst nach einem sehr langen Tag nicht einen Moment von der Leinwand losreißen. Eine wundervolle, emotionale, und sehr unterhaltsame, vielschichtige Adaption eines Klassikers!
All diese Filme habe ich tatsächlich in den letzten zwei Wochen im Oktober angesehen und genossen. Dabei habe ich auch meine Cineville-Mitgliedschaft sehr gut genutzt. So wird es hoffentlich etwas beständiger im November weitergehen, denn noch stehen einige Filme auf meiner Watchlist. Zudem kommen auch einige Mainstream-Filme ins Kino, die ich unbedingt ansehen möchte, besonders Dune 3 und der neue Hunger Games-Film. Ich kann es kaum erwarten! Welche Filme haben euch zuletzt richtig mitgenommen?
Liebe Grüße, eure Sophia
