[Rezension] Ein französischer Sommer von Jessica Brockmole

Ein leuchtender Sommer in einer unheilvollen Zeit
1911. Die junge Clare wird nach dem Tod ihres Vaters von
Schottland nach Frankreich geschickt. Allein in der Fremde findet sie
Trost bei Luc, dem Sohn ihrer Gastgeber. Gemeinsam erleben sie einen
unvergesslichen Sommer – bis Clare erneut aus ihrer Welt gerissen wird.
Jahre vergehen, bevor sie nach Frankreich zurückkehrt. Doch der Krieg
hat Lucs Leben unwiderruflich verändert. Ist die Liebe jenes Sommers
stark genug, um wieder zueinanderzufinden? Q (Werbung)
Jessica Brockmole, Diana Verlag
416 Seiten, 35 Kapitel, Paperback
14,99€, ISBN: 978-3-453-29181-2
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Jessica Brockmole

hat seit jeher eine große Leidenschaft für historische Romane. Die Idee zu ihrem Debüt, dem internationalen Bestseller Eine Liebe über dem Meer, entstand während eines langjährigen Aufenthalts in Schottland. Ein französischer Sommer ist ihr zweites Buch. Die Autorin lebt heute mit ihrem Ehemann und ihren zwei Kindern in Indiana, USA. Q (Werbung)

 

Meine Meinung

Ein Sommer, 8 Jahre Getrenntsein, 4 Jahre Krieg.
Clare und Luc teilen einen Sommer, den sie jedoch nie wieder vergessen werden. Sie verlieben sich ineinander; das schottische Mädchen, das eben ihren Vater verloren hat und nun völlig allein auf der Welt ist, und der begabte Franzose, der Lehrer werden will, obwohl sein Herz ihn zum Tennis zieht. Zwei Charaktere, die so tiefgründig und authentisch gestaltet wurden, dass es mir vorkam, als sitze ich mit ihnen auf dem Sofa, während sie mir ihre herzzerreißende Geschichte erzählen. Denn nach diesem Sommer kehrt Clare nach Schottland zurück und sie sehen sich viele Jahre nicht, während Luc seine Wehrpflicht in Zeiten des ersten Weltkrieges absolvieren muss und dadurch vollkommen verändert und auch traumatisiert wird.

„Warum zeichnen wir, was wir zeichnen?“ Ich war mir nicht sicher, ob sie eine Antwort darauf wollte. „Sind es nicht die Dinge, die unser Herz ansprechen?“
[…] Es juckte mich in den Fingern, ihr Gesicht zu zeichnen. „So muss es wohl sein.“
– Clare und Luc, S.53

Bereits diese Idee hat mich unheimlich gepackt, während die Umsetzung nur noch überwältigender ist. Jessica Brockmole hat das Talent, Gefühle so in Worte zu fassen, dass es nicht künstlich wirkt und den Leser völlig vereinnahmt. Für gut 400 Seiten braucht man zwar nur ein paar Stunden, doch am Ende hatte ich das Gefühl, ein ganzes Leben mit all seinem Schmerz, seiner Freude und seiner Liebe gelebt zu haben. Mit wundervollen Dialogen zwischen Clare und Luc, aber auch ihm und seinem späteren besten Freund Chaffre trägt die Autorin einen durch das Geschehen und will einen gar nicht mehr aufhören lassen mit Lesen. Auch die Nebencharaktere wie Stephan Bauer, Rowena und Claude Crepèt oder Clares Großvater waren völlig eigene und authentische Charaktere, die mich begeistern konnten. Vor allem Chaffre habe ich sehr ins Herz geschlossen.

Ich kann keine bessere Standarte in den Krieg tragen als die Erinnerung an Dein Gesicht.
Luc
– S.191

 

Das Buch wurde in fünf verschiedene Teile untergliedert, die unterschiedlich viel Zeit wiederspiegeln. Der erste zum Beispiel zeigt ihren gemeinsamen Sommer 1911, während der dritte all die Geschehnisse während des Krieges von 1914 bis 1918 aufzeigt. Dort begleitet man zumeist Luc an der Front, erlebt jedoch auch mit, wie Clare um ihn zittert und bereits darauf eingestellt ist, ihn nie wieder zu sehen. Es hat mich als Leser unheimlich mitgenommen, wie Luc sich an der Front fühlt, denn die Autorin hat die Geschehnisse gleichzeitig unglaublich intensiv, aber auch wie betäubt zu uns durchdringen lassen. Im Nachwort wird außerdem klar, dass viele der von ihr beschriebenen Dinge tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruhen, was mich erneut sprachlos gemacht hat. Der letzte Part nimmt uns dann schließlich bis ins Jahr 1922 mit, in dem der Epilog spielt.

„Was ist so schlimm, dass du nach all der Zeit zu zeichnen beginnst?“
Das alles, wollte ich sagen. Die ganze Zerstörung, der Argwohn, der Kampf um etwas, das wir nicht sehen oder auch nur verstehen können. Aber ich sagte nur: „Ich erzähle es dir morgen.“
– Chaffre und Luc, S.240

 

Junge Träume und junge Menschen werden zerstört durch einen Krieg,
dessen Sinn sie selber nicht begreifen können, und ihnen bleibt einzig
die Erinnerung an einen Sommer, der sie sich lebendig fühlen ließ. Diese Geschichte von Clare und Luc hat mich unheimlich mitgerissen und mich eingesogen, sodass ich ihren Schmerz und ihre Liebe wie meine eigene spüren konnte.

Fazit:

Eine unglaublich ergreifende und emotionale Schilderung des ersten Weltkrieges und dessen Auswirkungen auf junge Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben. Ein Buch, das mich viel zu oft sprachlos gemacht und mir Tränen in die Augen getrieben hat.

Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Diana Verlag!

Liebe Grüße, eure Sophia

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