[Rezension] Wie der Wind und das Meer von Lilli Beck

 

 

April 1945, München. Nach alliierten Fliegerangriffen finden sich zwei Kinder völlig Verlassen von jeglichen Verwandten zwischen Trümmern wieder und beschließen, sich auf ganz verschiedene Arten das Leben zu retten. Sie geben sich als Geschwister aus, um zusammen bleiben zu können. Doch gerade diese Lüge wird ihnen das Leben später zur Hölle machen.

Lilli Beck, blanvalet Verlag
512 Seiten, 46 Kapitel, gebunden
19,99€, ISBN: 978-3-7645-0577-6

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Lilli Beck

wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in München. Nach der Schulzeit begann sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Das war der Beginn eines Lebens wie aus einem Hollywood-Film. Sie arbeitete zehn Jahre lang für Zeitschriften wie Brigitte, Burda-Moden und TWEN. Sie war Pirelli-Kühlerfigur und Covergirl auf der LP Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz von Marius Müller-Westernhagen. Q

 

Meine Meinung

Normalerweise liebe ich Geschichten, in denen wir die Protagonisten über viele, viele Jahre begleiten dürfen. Und so ist es auch bei diesem Buch gewesen. Rosalies/Sarahs und Pauls Leben verfolgen wir über vierzig Jahre, auch wenn sie es für eine viel zu große Zeitspanne nicht miteinander teilen. Sie begegnen sich zum ersten Mal, während noch die Bombenangriffe der Alliierten in München Hunderte von Opfern fordern und schließen damals, beide um die zehn Jahre alt, einen Pakt, der ihr beider Leben für immer verändern wird – um zu überleben. Aber ist Überleben überhaupt etwas wert, wenn man eine riesige Lüge lebt?

 

Aufgrund der im zweiten Weltkrieg geschlossenen Abmachung stehen Paul und Rosalie in ihrem weiteren Leben immer wieder vor schweren Entscheidungen, die ihre Geschichte auffliegen lassen könnten – leider konnte ich teilweise die Entschlüsse seitens Rosalie nicht immer nachvollziehen. Sie scheinen oftmals mehr spontan als wirklich durchdacht und ergeben zumeist erst viele Jahre später Sinn. Und solche Entscheidungen wirken sich dann immer weiter auf ihr Leben aus genau wie diese eine Entscheidung in 1945. Paul und Rosalie entfernen sich im Laufe der Zeit voneinander, kommen wieder zusammen, trennen sich erneut, bleiben jedoch im Herzen stets verbunden. In dieser Zeit begegnen sie jedoch vielen anderen Menschen – ebenfalls sehr dreidimensionale Charaktere -, mit denen man ebenso mitfühlt wie mit den „Geschwistern“ Greve.

 

Diese Geschichte einer unerfüllten und doch unbezwingbaren Liebe hat mich tief berührt und doch hin und wieder stutzen lassen. Ich denke, es hätte mich durchaus noch mehr mitreißen können, denn an einigen Stellen konnte ich die Handlungen der Protagonisten, aus deren Sicht größtenteils erzählt eird,  nicht vollständig nachvollziehen. Dennoch ist dieses Buch ergreifend geschrieben und weckt viele Emotionen bei seinem Leser, vor allem mit diesen wundervollen letzten Kapiteln, die man wohl mit einem Happy End gleichsetzen könnte, auch wenn alles etwas anders kommt, als man es vermutlich erwartet hat.

 

Fazit:

Eine rührende Reise durch viele, viele Jahre, in denen man zwei von schrecklichen Geschehnissen geprägten Kindern beim Aufwachsen und schließlich beim Sich-Selbst-Finden begleitet. Sie begehen Fehler, lernen aus ihnen, müssen vieles verdauen und verarbeiten. Doch schließlich finden sie ihren Frieden nach allem, was sie erlebt haben.

Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal!

Liebe Grüße, eure Sophia

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