[Rezension] Palace of Silk: Die Verräterin von C.E. Bernard

Rea hat es geschafft. Sie, eine Magdalena, ist dem englischen Könighaus und dessen Verfolgung ihrer Art entkommen. In Frankreich muss sie sich nicht mehr verstecken. Zumindest dachte sie das immer. Aber die Realität stellt sich doch als anders als erwartet heraus. Noch dazu leidet sie unter der Trennung von ihrer großen Liebe, Prinz Robin, dem Sohn des größten Feindes aller Magdalenen. Wird Rea ihre Freiheit in Paris finden oder noch mehr verlieren, was ihr lieb und teuer ist?

C.E. Bernard, penhaligon Verlag, Band 2
448 Seiten, 17 Kapitel, broschiert
14,00€, ISBN: 978-3-7645-3197-3

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C.E. Bernard

ist das Pseudonym von Christine Lehnen, die 1990 im Ruhrgebiet geboren wurde und seitdem in Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien und Paris gelebt hat. Ihre Kurzgeschichten wurden mit den Literaturpreisen der Jungen Akademien Europas und der Ruhrfestspiele Recklinghausen ausgezeichnet. Seit 2014 lehrt sie Literarisches Schreiben an der Universität Bonn. Daneben studiert Christine Lehnen Englische Literatur und Politikwissenschaft, forscht zum Thema Kreatives Schreiben und inszeniert Theaterstücke mit der Bonn University Shakespeare Company. Q

 

Meine Meinung

Obwohl mir und den anderen Lesern die Welt, in der Rea Emris sich bewegt, nun mittlerweile, also nach dem ersten Band der Trilogie bekannt ist, hat es die Autorin geschafft, mich erneut unheimlich zu verwirren. Und das meine ich durchaus positiv. In Paris bietet sich eine ganz neue Situation für unsere Protagonistin und wiederholt werden wir sehr unvermittelt ins Geschehen geworfen. Weiterhin hat sie mich mit ein paar Charakteren völlig aus der Fassung gebracht, so sehr irritiert, dass ich tatsächlich immer weiter lesen wollte, bis sich die ganze Sache hoffentlich irgendwann aufgeklärt. Und als es dann so weit war, wollte ich ebenfalls nicht aufhören zu lesen, da ich die Szenen mit dem Comte, René, oder auch mit Blanc so sehr genossen habe. Sie drei, genauso wie Ninon bieten Rea in Paris die Sicherheit und Geborgenheit, die sie braucht, auch wenn sie nicht all die Sorgen verstehen können, die Rea beschäftigen. Ebenso wenig kann Rea alles durchblicken, was in den anderen vorgeht. Diesen großen Beitrag zu der Dreidimentionalität und Authentizität all der auftretenden Charaktere habe ich sehr zu schätzen gewusst. Insgesamt hat mir die Freundschaft zwischen ihnen allen die ersten Kapitel dieses Buches sehr versüßt, in denen andere vermutlich die etwas fehlende Spannung kritisieren.

 

„Ach, hör schon auf damit.“ René lässt beide Hände durch die Luft flattern. „Komm lieber her und gib mir einen Kuss.“
„Dann könnte seine Durchlaucht aber ein blutiges Hemd kriegen“, stichelt Blanc fröhlich, während er René seine Schale reicht. „Begnüge dich doch stattdessen mit meiner Liebe – heiß und mit viel Knoblauch.“
– S.150

 

Zu Beginn des zweiten Bandes hatte ich zugegebenermaßen Probleme damit gehabt, manchen Gespräche zu folgen, wenn viele Personen involviert sind, ebenso hat es mir sehr lange Schwierigkeiten gemacht, Robin, der selbstverständlich wieder im Laufe des Buches auftaucht, zu verstehen und zu durchblicken. Gerade das hat jedoch Spannung in diesem Teil der Geschichte aufgebaut, obwohl es einige neue Entdeckungen und Enthüllungen gibt, die für mich zuerst nicht sonderlich gut mit den Geschehnissen im ersten Band übereinbringbar zu sein schienen. Ebenso empfand ich die letzten zwei Kapitel, die den großen Showdown beeinhalten. Es gab Offenbarungen, die zwar im Großen und Ganzen vorhersehbar gewesen sind, mich jedoch mit einigen Details zugegebenermaßen umgehauen haben. Dennoch bin ich mir jetzt mit einigem Abstand noch immer nicht ganz sicher, wie ich zu diesen neuen Entwicklungen stehe, weswegen ich mich umso mehr auf den dritten und finalen Band freue, der dann hoffentlich dieses etwas zu knapp geratene, letzte Kapitel ergänzt.

 

Comment s’aimer sans se toucher? Wie lieben ohne zu berühren?
– S.369

 

Schlussendlich muss ich sagen, dass mich dieser Band bedeutend mehr begeistern konnte als der Auftakt dieser Trilogie, was vor allem drei Charakteren zu verdanken ist, deren Geschichte mich immer weiterlesen lassen hat. Dadurch verlor der Rest des Buches für mich jedoch ein wenig an Bedeutung. Rea und Robin stehen zwar größtenteils im Mittelpunkt, genauso wie Ninon, doch mithalten konnten sie was die Romantik und Intensität ihrer Beziehung angeht nicht mit René und dem Comte. Eine weitere Sache, die ich anmerken will, sind die meiner Meinung nach sehr lang geratenen Kapitel, an die man sich zwar gewöhnt, die mir aber doch zu Beginn einige Schwierigkeiten bereitet haben – ebenso am Abend, wenn man nur irgendwo eine Pause finden will, um über Nacht wieder Energie zum Weiterlesen sammeln zu können. Trotz der Tatsache, dass ich kurze Kapitel bei Weitem vorziehe, rechne ich dies hier nur als kleinen Minuspunkt für den Lesefluss an, da die Setzung der Kapitel trotz allem zum Inhalt passt.

 

Fazit:

Eine gelungene Fortsetzung, die mich mehr begeistern konnte als der Auftakt der Trilogie, was vor allem den mitreißenden und authentischen Charakteren zu verdanken ist, die diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem für mich machen.

Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal!

Liebe Grüße, eure Sophia

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