[Rezension] Wicker King von Kayla Ancrum

Jack und August gehören nicht derselben Kaste in der Schule an, weshalb sie sich dort nicht sehen, doch außerhalb teilen sie eine langjährige und intensive Freundschaft, die mit nichts anderem vergleichbar scheint. Und so steht auch August an Jacks Seite, als dieser von immer öfter auftretenden Halluzinationen geplagt wird, die ihn in eine Welt versetzen, in der er der Wicker King und August sien treuer und edler Ritter ist. August gibt sich diesem Spiel hin, damit Jack ihm nicht entgleitet und sich möglicherweise noch vollkommen verliert. Doch dabei steuert August sie beide gemeinsam gefährlich nahe auf den Abgrund zu, von dem er Jack fern halten wollte.

Kayla Ancrum, dtv Verlag
320 Seiten, Hardcover
16,95€, ISBN 978-3-423-76233-5

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Kayla Ancrum

wuchs in Chicago unter der rigiden Aufsicht des dortigen öffentlichen Schulsystems auf. Sie studierte Mode-Merchandising, doch nachdem sie zu viele Nächte mit zwielichtigen Literaturstudenten rumgehangen hatte, lockte sie ein Englischstudium. Derzeit lebt sie in Andersonville, und wenn gerade keiner aufpasst, schreibt sie während der Arbeit Bücher. Q

 

Meine Meinung

 

Cover und Klappentext sind einzigartig und wunderschön und lassen auf eine originelle Geschichte schließen, die zwischen ihnen niedergeschrieben wurde. Und ich wurde nicht enttäuscht – nicht, was das betrifft. Die Geschichte von August und Jack ist genauso besonders und ganz anders als alles, was ich bisher gelesen habe, wie ihre Freundschaft. Die Kapitel sind kurz und präsentieren nur kleine Ausschnitte aus Augusts Leben, die jedoch mit der Zeit zusammen zu hängen scheinen und einen Überblick über die Beziehung der beiden verschaffen. Meine Vermutung, dass sie irgendwann auch romantische Gefühle füreinander entwickeln könnten, doch sie scheinen beide durchgängig Interesse an Frauen zu haben, wenn auch nichts über ihre Freundschaft geht.

 

August und Jack sind sich trotz ihrer unterschiedlichen Freundeskreise und durchaus auch verschiedenen Interessen äußerst vertraut, stehen sich immer zur Seite, egal, was auf die zukommt. Dieser Teil ihrer Beziehung ist durchaus lobenswert, auch wenn sie aus weniger ehrenhaften Umständen resultieren. Sie beide werden äußerst vernachlässigt von den für sie zuständigen Erwachsenen, sodass sie lernen müssen, auf einander zu bauen und sich vor allen möglichen Leiden zu beschützen. Das führt leider mit der Zeit zu einer etwas missbräuchlichen, fast schon krankhaften Beziehung, die die Handlung dieses Buches prägt und formt.

 

Bereits nach den ersten 40 Seiten, meinem ersten Leseabschnitt, war mir Angst und bange. Die Befürchtung, einer der beiden würde eher oder später mit dem Leben bezahlen müssen, kam mir immer wieder während des Lesens. Die von Jack beschriebenen, von August jedoch niemals wahrgenommenen Hallozinationen verwirren die Leser und schaffen zugleich eine fantasiereiche und berauschende Mischung aus der Realität und dieser anderen, scheinbar chaotischen und realitätsfernen Welt in Jacks Kopf. August versucht, alles zu verstehen, und fertigt sogar Zeichnungen an, die uns Leser etwas näher führen. Dennoch bleibt diese fremde Welt extrem einflussreich und daher für mich an manchen Stellen zu vorwiegend.

 

Fazit:

Eine abwechslungsreiche, originelle und bedeutende Geschichte über eine nur allzu intensive Freundschaft.

Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den dtv Verlag!

Liebe Grüße, eure Sophia

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