[Rezension] Die Welt durch deine Augen von Sarah Heine

Liebe muss man nicht sehen, man muss sie spüren
Enyas größter Traum ist es, Schriftstellerin zu werden, doch die Realität sieht ganz anders aus. Sie kassiert nur Absagen von Verlagen, hält sich als Kellnerin mühsam über Wasser und fühlt sich von ihrem Freund Carlo unverstanden. Bis plötzlich Janosch vor ihr steht. Ein Blick in seine unergründlich blauen Augen, und für Enya eröffnet sich eine vollkommen neue Welt. An seiner Seite erscheint ihr das Leben leicht und alle Hürden mühelos überwindbar. Was Enya nicht weiß: Janosch verbirgt ein Geheimnis – vor ihr und der ganzen Welt …

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Meine Meinung

Viel zu lange habe ich dieses von außen so wunderschön anmutende Buch auf meiner Leseliste und meinem Nachttisch warten lassen, dann jedoch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Dabei drängt der poetische Schreibstil der Autorin eher dazu, sich Zeit zu nehmen, jedes Wort einzusaugen und drei-/viermal zu wenden, um jede seiner tiefgründigen Bedeutungen zu erfahren. Leider hat mich das Leben von Enya so sehr involviert und gefangen genommen, dass ich geradezu durch die Seiten geflogen bin und das Buch selten aus der Hand legen konnte, um wirklich zu reflektieren. Dennoch gab es Momente, in denen ich es für einen kurzen Moment geschlossen habe, um tief durchzuatmen und Sarahs Worte ihre Magie wirken zu lassen. Bezaubernde Metaphern, detailreiche Beschreibungen, Worte, die ein ganz besonderes Kribbeln in die Auslösen, weil sie so wundervoll klingen und in dir widerhallen.

Enya Unterberger ist ein Charakter, mit dem sich absolut jeder identifizieren können wird, der irgendwann einmal den Traum oder den Wunsch verspürt hat, ein eigenes Buch zu schreiben oder gar zu veröffentlichen. Ihre Frustration kam mir persönlich nur allzu bekannt vor, jedoch spiegelt sich in ihr und ihrer Geschichte sicherlich auch viel der Autorin selber wider, was wiederum beweist, dass solche Träume wahr werden können. Träume werden wahr, das ist wohl eine der großen Botschaften dieses Buches, ebenso wie: Gib dich niemals mit etwas zufrieden, nur weil du zu faul, zu bequem oder zu ängstlich bist, um nach mehr zu streben und auch dafür zu kämpfen. Es ist Janosch, der Enya aus ihrer trägen Zufriedenheit herausholt und dabei auch den Leser aus dem Zustand des simplen Lesens. Mit Janosch taucht man noch tiefer in die Geschichte ein, folgt voller Begeisterung den Wortgefechten zwischen ihm und Enya, den Emotionen, die er nicht nur in unserer Protagonistin, sondern unmittelbar auch in jedem Leser weckt. Sein gesamter Charakter ist so unheimlich originell, dass ich einfach nicht genug von ihm bekommen und mich geradezu nach mehr Kapitel aus seiner Perspektive gesehnt habe. Er ergänzt Enya mit ihren tiefgründigen und künstlerischen Worten durch seine reinen und ergreifenden Empfindungen.

 

Fazit

Ein Werk voller Poesie und berührender Momente, welches den Leser unvermittelt in die Welt von Enya zieht und ihn die Welt durch die Augen unserer Protagonisten nicht nur sehen, sondern auf ganz besondere Art und Weise auch fühlen lässt.

 

 

Sarah Heine

wurde 1996 in Tettnang am Bodensee geboren. Derzeit studiert sie Humanmedizin in Aachen. Neben dem Studium arbeitet sie als freie Journalistin und schreibt schicksalhafte Liebesromane. Q

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