[Rezension] Crime and Detection #1

Mademoiselle de Scuderi – E.T.A. Hoffmann in Tales of Hoffmann

This selection of Hoffmann’s finest short stories vividly demonstrates his intense imagination and preoccupation with the supernatural, placing him at the forefront of both surrealism and the modern horror genre. Suspense dominates tales such as Mademoiselle de Scudery, in which an apprentice goldsmith and a female novelist find themselves caught up in a series of jewel thefts and murders. In the sinister The Sandman, famously used by Sigmund Freud to illustrate both his concept of the unheimlich, or ‚uncanny‘, and of Oedipal guilt, a young man’s sanity is tormented by fears about a mysterious chemist; while in The Choosing of a Bride a greedy father preys on the weaknesses of his daughter’s suitors. Master of the bizarre, Hoffman creates a sinister and unsettling world combining love and madness, black humour and bewildering illusion.

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Meine Meinung

Als die erste Erzählung, die ich für mein diessemestriges Seminar namens ‚Crime and Detection in Literature‘ lesen musste, hat mir diese Geschichte durchaus gut gefallen. Hoffmann lässt sie zu der Regentschaft von Ludwig XIV. spielen, wodurch er sich meine Aufmerksamkeit schon einmal gesichert hatte, und schenkt uns selbst in dieser männerdominierten Epoche eine clevere und selbstständige, gar in die Jahre gekommene Frau als Protagonistin und hauptsächliche Detektivin. Das Fräulein Scuderi ist zwar, wie sich nach vielen Diskussionen im Seminar und eigenständigen Gedankengängen herausstellt, nicht unbedingt eine Vorzeige-Detektivin, kann aber dennoch galant durch das Geschehen leiten und stellt einen gelungenen Kontrast zu den männlichen Ermittlern da. Nicht nur das Verbrechen selbst steht hier im Fokus, sondern auch viele andere Faktoren der Ermittlung – auch wenn diese selbst wohl kaum als solche bezeichnet werden sollte – wie die Glaubhaftigkeit der Zeugen, der Beweise, der Detektive an sich. Besonders die Frage, inwieweit das äußere Erscheinungsbild und der Ruf einer Person unsere Bereitschaft beeinflusst, dieser ein Verbrechen anzuhängen oder die Möglichkeit eines solches absolut auszuschließen, hat mich in dieser Erzählung begeistert und zum Nachdenken angeregt. Geschickt verknüpft Hoffmann hier historische Realität und einen eigenen, fiktiven Fall, der auch nach dem Beenden des Buches seine Leser noch zum Grübeln anregt.

 


 

The Angelic Avengers – Isak Dinesen

Lucan has been orphaned and Zosine has been deserted, and London is a hostile place for two young girls without a home. Bound together by poverty, grief and their shared years at school, they set out to make a future for themselves in new surroundings. They are adopted by the austere, puritanical Reverend Pennhallow and his wife, and in their large, gloomy house they become immersed in study. But, after a chain of disturbing events, it does not take long before they realize that the cleric and his wife are not all they seem to be …

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Meine Meinung

Auch dieses Buch versetzt uns in eine komplett andere Zeit und somit in kontrastive Verhältnisse der ‚Ermittlung‘. Doch auch in diesem Fall setze ich diesen Prozess eher in Anführungsstriche, denn von einer Ermittlung im Sinne, wie wir sie heute in Kriminalromanen kennen und erleben, sind wir hier weit entfernt. Die Geschichte handelt von zwei jungen Mädchen auf der Suche nach einem sicheren Zuhause, wobei sie sich, wie sich immer wieder herausstellt, anscheinend nur auf einander verlassen können. Während das Geschehen, zumindest was den Krimi-Faktor anbelangt, in den ersten zwei Teilen des Buches eher vor sich hinplätschert, nimmt der Spannungsfaktor im finalen dritten schlussendlich extrem zu. Wir haben einige geradezu bedrückende und nervenaufreibende Szenen, die mir dann doch noch das Gefühl gegeben haben, dass das Buch seine Genrebezeichnung verdient hat, auch wenn die Begründung dafür erst sehr spät geliefert wird. Leider war der große Showdown und die Auflösung der Probleme dann geradezu ironisch leicht und, auch wenn ich vermute, dass die Autorin an dieser Stelle bewusst mit den Erwartungen ihrer Leser spielt, eher enttäuschend. Im Gegensatz zum ersten hier besprochenen Buch sind unsere beiden Damen sehr jung und verlieren beide über den Verlauf des Buches ihr Herz, was ich durchaus genossen habe, mich aber am Ende eher die Augen verdrehen lassen hat. Wie gesagt, eine gewisse Absicht vermute ich hinter der Gestaltung der letzten Kapitel, die sich eben stark gegen die zuvor beinahe gewonnene Unabhängigkeit und Stärke unserer beiden Protagonistinnen stellt, jedoch ist diese Ironie wohl nicht jedem Leser unmittelbar klar und erweckt dadurch eher ein ernüchterndes, wenn auch sehr zeitgenössisches Bild der Charaktere.

 


 

Seit ihr Fans von Kriminalromanen? Zieht es euch nur zu modernen Vertretern dieses Genre hin oder werdet ihr vielleicht auch mal einem dieser Vorreiter des modernen Krimis eine Chance geben?

 

Liebe Grüße, eure Sophia

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