[Rezension] Legenden der Grisha – Trilogie von Leigh Bardugo

Band 1: Shadow and Bone

Soldier. Summoner. Saint. Orphaned and expendable, Alina Starkov is a soldier who knows she may not survive her first trek across the Shadow Fold – a swath of unnatural darkness crawling with monsters. But when her regiment is attacked, Alina unleashes dormant magic not even she knew she possessed.
Now Alina will enter a lavish world of royalty and intrigue as she trains with the Grisha, her country’s magical military elite – and falls under the spell of their notorious leader, the Darkling. He believes Alina can summon a force capable of destroying the Shadow Fold and reuniting their war-ravaged country, but only if she can master her untamed gift.
As the threat to the kingdom mounts and Alina unlocks the secrets of her past, she will make a dangerous discovery that could threaten all she loves and the very future of a nation.
Welcome to Ravka . . . a world of science and superstition where nothing is what it seems.

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Was ich zu sagen habe…

Seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren wird mir von dieser Reihe vorgeschwärmt, während ich mich selbst bereits glücklich empfunden habe, zumindest die Six of Crows-Dilogie gelesen zu haben. Diese hat mich zugegebenermaßen ziemlich umgehauen, weswegen ich mich mittlerweile Frage, warum ich die Grisha-Trilogie so lange vor mir hergeschoben wurde. Eigenartigerweise glaube ich hin und wieder eine Abneigung gegen extrem gehypte Bücher zu empfinden, bzw. nicht den Drang zu verspüren, diese zu lesen. Vielleicht liegt das daran, dass ich es nicht mehr für nötig halte, diese nach außen hin zu bewerben – immerhin machen das schon genug andere -, möglicherweise habe ich aber auch Angst davor, dass genau das eintrifft, wozu es nun gekommen ist: Der ganze Hype um diese Reihe hat mir den ersten Band nicht nur ein wenig gespoilert, sondern mir auch vermutlic den Wow-Effekt genommen. Meine Erwartungen waren durch wiederholtes Zureden so groß, dass ich mir noch mehr als das erhofft hatte, was ich nun gelesen habe.

Dafür kann das Buch selber, zugegebenermaßen, jedoch nichts, weswegen ich das nicht allzu sehr in meine Kritik einschließen werde. Denn auch wenn das Buch mich eben nicht umgehauen und vom Hocker gerissen hat, konnte es mich dennoch geradezu durch die Seiten tragen. Da dieses Buch die Anfänge einer mittlerweile Bestseller-Autorin darstellt, hatte ich nicht erwartet, wie geschmeidig und fließend ihr Schreibstil bereits ist. Es hat mir keinerlei Probleme bereitet, in die Geschichte hinein und mich in der Welt dieser zurecht zu finden. Auch unsere Protagonistin Alina ist mir sehr schnell sympathisch geworden und mit der Zeit sogar ans Herz gewachsen. Ich war begeistert von der hier vorgefundenen Ebene des Worldbuildings und der Charakterentwicklung, die mich mehrere Male zum Schmunzeln und stolzen Brustschwellen gebracht hat. Der einzige Punkt, an dem ich wirklich Kritik an diesem ersten Band üben kann, ist die Dreiecksbeziehung, die vor allem am Anfang für mich etwas zu gewollt, etwas zu tief im Muster der Young Adult-Romane geschrieben war. Jedoch ist das eben nichts wirklich Bedenkliches, sondern eher etwas sehr Genre-Spezifisches, was ich mir etwas weniger offensichtlich erhofft hatte, aber schlussendlich doch sehr auf dem eigenen Geschmack basiert.

Bereits mit diesem ersten Band konnte mich die Autorin jedoch von dieser grandios geschaffenen Welt überzeugen und mich mit vorfreudiger Erwartung auf alles kommende in den folgenden Büchern erfüllen. Die Welt, um deren Überleben unsere Protagonistin kämpft, wird mit Gewissheit noch einige Überraschungen für all jene bereithalten, die sie mutig erneut betreten, ebenso bin ich sicher, dass Leigh weitere, packende Wendungen auspacken wird, wenn es um Charaktere und ihre Motive geht.

 


Band 2: Siege and Storm

  • SPOILERWARNUNG

In diesem zweiten Band geht es genauso spannend weiter, wie der letzte geendet hat. Wir erleben Mal und Alina auf der Flucht, doch es wird schnell klar, das diese nicht den Großteil der Buchhandlung einnehmen wird, immerhin gibt es dafür zu viele interessante Charaktere, denen sie damit aus dem Weg gehen würden – zudem uns einzig und allein Alinas Perspektive die Geschehnisse näherbringt. Bald schon ändern sich ihre Umstände wieder, sie wird zum Spielball in Konflikten und kann trotz ihrer neugewonnenen und verstärkten Kräfte scheinbar nur wenig dagegen ausrichten. Auch auf diesen 450 Seiten habe ich es wieder sehr genossen, unserer Protagonistin beim Wachsen zuzusehen. Sie muss in Positionen treten, die sich die Kartographin am Beginn ihrer außergewöhnlichen Geschichte niemals hätte vorstellen können, doch sie wächst mit diesen Herausforderungen. An ihrer Seite steht Mal, ebenso der Darkling auf seine ganz eigene, bedrohliche Weise, sowie weitere grandiose neue Charaktere, die ich schnell ins Herz geschlossen, im Gegensatz zu Alina jedoch noch bedeutend länger kritisch beäugt habe. Nach dem Betrug, der zum Ende des ersten Bandes herausgekommen ist, hätte unsere Protagonistin an dieser Stelle durchaus noch etwas skeptischer sein können, jedoch konnte ich mich dem Charme und der Liebenswürdigkeit einiger neuer Figuren ebenso wenig entziehen wie sie. Und mal ehrlich… Ohne Stormhond wäre dieses Buch um einiges langweiliger und zäher geworden. Seine Schlagfertigkeit und seine selbstsichere, neckende Art haben sich vom ersten Moment an in mein Herz geschlichen und die düstere, bedrohliche Stimmung des Buches immer wieder auf wundervolle Weise aufgelockert. Ich kann es kaum erwarten, hoffentlich bald mehr von ihm zu lesen. Auch bereits bekannte Gesichter dürfen wieder auftreten und sich in ihrer Rolle als Nebencharaktere beschränkt entwickeln und dabei neue Seiten an sich präsentieren. Die wendungsreiche Handlung erlaubt es nicht nur Alina, neue Stärken und auch Schwächen zu offenbaren, sondern bringt sie und ihre Unterstützer in zwiegespaltene und schwierige Situationen, in mentale Kämpfe und gar physische Schlachten, welche die Autorin beide äußerst geschickt zu Papier bringen konnte, um die Leser in jedes kleine Detail von Alinas Schicksal einzubinden. Ein gelungener und spannender Folgeband, der mit seinem großen Showdown und Ende umso mehr Lust auf den dritten Band macht, der Alinas Geschichte beenden wird. Ich bin unheimlich gespannt, was er noch für uns bereit hält, bin nach diesem zweiten Buch jedoch mehr als zuversichtlich, geradezu hoffnungsvoll für ein fantastisches Finale mit viel Herzschmerz, aber auch Umschwung und einigen packenden Showdowns.

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Band 3: Ruin and Rising

  • kleine SPOILERWARNUNG auch hier

Der finale Band sollte nach Aussage derjenigen, die mir die komplette Trilogie bereits seit Jahren ans Herz gelegt hat, noch einmal ganz besonders auftrumpfen und den eher mauen zweiten Band wettmachen. Da ich jedoch von dem zweiten Band sehr mitgenommen wurde und ihn sehr genossen habe, hatte ich fast noch höhere Erwartungen an diesen finalen Band der Trilogie. Dafür zieht sich der Anfang hier jedoch etwas zu sehr, auch wenn ich nicht abstreiten kann, dass es durchaus auch hilfreich ist, Alina noch einmal im Zustand von relativer Ruhe zu erleben, bevor das Chaos um sie und ihre Begleiter kein Pardon mehr zulässt. Die Wendungen überschlagen sich wieder und wieder und der Leser wird emotional und gedanklich mitgerissen, jedoch bleiben dabei meiner Meinung nach vor allem zum Ende hin die Erläuterungen etwas auf dem Weg. Besonders genossen habe ich in diesem finalen Band die Teamdynamik zwischen Alina und ihren Begleitern, bzw. Anhängern. Obwohl wir nie ganz sicher sein konnten oder wollten, dass nicht einer von ihnen sich eher oder später als Verräter herausstellt, hat man Harshaw, Zoya, David, etc. bald ins Herz geschlossen und ihre Eigenheiten zu lieben gelernt, welche die Autorin wundervoll zum Ausdruck gebracht hat. Auch die Spannung zwischen Mal und Alina wandelt sich, bekommt neue Ausmaße und neue Möglichkeiten, während der Darkling natürlich noch immer in ihrem Nacken sitzt. In gewisser Weise sind sie sich nach dem großen Showdown des zweiten Bandes aber ebenbürtiger, wenn vielleicht auch nicht gleich stark. Auf der Suche nach dem dritten Verstärker für ihre Kräfte als Sonnenbeschwörerin stellen sich Alina und ihre Crew einigen Herausforderungen, erleiden Verluste, die den Leser mit Gewissheit ebenso mitnehmen wie die Charaktere, und werden wieder und wieder aufgewirbelt. Leigh lässt uns zu keinem Moment durchatmen, sondern überrascht uns wieder und wieder mit geschickten Wendungen, aber auch inspirierenden Dialogen und Momenten, in denen unsere liebgewonnenen Protagonisten zeigen können, wie stark sie durch all diese Kämpfe und Qualen geworden sind. Das Ende selbst war überraschend, unvorhersehbar und packend, wurde aber meiner Meinung nach, wie bereits erwähnt, nicht ausreichend erklärt.

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This was what Ravka did. It made orphans. It made misery. No land, no life, just a uniform and a gun. Nikolai had believed in something better.
– S. 259

[…] I heard the Darkling say, You’re nothing now. The girl I’d once been would have believed him. The girl I’d become wasn’t in the mood.
– S. 400


Mein Fazit zur kompletten Trilogie:

Jedem Fan von jugendlicher High Fantasy kann ich diese Reihe guten Herzens empfehlen, denn die Welt, welche die Autorin geschaffen hat, ist umwerfend, fantasievoll und bietet viel Raum zum Träumen und Mitfiebern. Zudem dürfen wir nicht nur erleben, wie Alina als unsere Protagonistin seelisch wächst und erstärkt, sondern auch der Autorin dabei zusehen, wie sie an Erfahrung gewinnt. Leigh Bardugo beehrt uns mit packenden Kämpfen, emotionalen Auseinandersetzungen, aber auch Charakteren, die man nicht anders als ins Herz schließen kann, da sie uns wieder und wieder zum Lachen bringen, aber auch das ein oder andere Tränchen zu Tage rühren.

 

Liebe Grüße, eure Sophia


Mehr zur Autorin:

Leigh Bardugo wurde 1975 in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Sie studierte an der Yale University. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Make-up-Artist. Ihre Grischa-Trilogie schaffte es sofort auf die Bestsellerlisten und wurde in zwanzig Länder verkauft. Q

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