[Hörbuch] Stimmen und Beziehungen

Ein Own Voices-Roman mit humorvoller Annäherung an das Thema der psychischen Erkrankungen. Ganz ohne Berührungsängste erzählt die Illustratorin Lea Melcher von den großen und kleinen Hürden im Kopf.
Emilia ist fast dreißig, single, mittelmäßig glücklich – ach ja, und sie leidet unter einer Angststörung. Alles fällt ihr schwer: vom Einkaufengehen über soziale Kontakte bis hin zu einem »normalen« Beruf. Am liebsten verkriecht sie sich in ihrer Wohnung und blendet die Welt aus. Doch dann stellt ihre Schwester ihr ein Ultimatum: Entweder du machst eine Therapie, oder ich rede nie wieder mit dir! Also überwindet Emilia sich und wagt sich hinaus in die Welt. Im Wartezimmer ihres neuen Therapeuten sitzt ausgerechnet Jack, dem sie eigentlich nie wieder begegnen wollte. Und wie es kommen muss, landen die beiden durch eine Verwechslung in einer Paartherapie. Plötzlich ist Emilia gezwungen, sich ihren Ängsten ein für alle Mal zu stellen.

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Was ich zu sagen habe…

Erst eben der Autorinnenseite auf Amazon habe ich erkannt, dass dieses Hörbuch tatsächlich nicht mein erstes Buch der Autorin ist, sondern ich bereits vor zwei Jahren einen Jugendroman von ihr gelesen habe: My Dead Sister’s Love Story habe ich damals mit 4/5 Sternen bewertet und habe auch so noch wundervolle, aber auch emotionale Erinnerungen an dieses Buch. In ‚Aber vielleicht wird auch alles gut‘ erleben wir jedoch eine bedeutend erwachsenere und erfahrenere Version der Autorin, die sich durchaus über die letzten Jahre gesteigert hat. Sie beschäftigt sich weiterhin mit Themen, die in vielen Büchern und leider auch in unserer Gesellschaft weiterhin oftmals Tabu sind, verpackt diese aber in zuletzt hoffnungsvollen und doch sehr realitätsnahen Geschichten, die mitten aus dem Leben zu stammen scheinen. Was ich leider bei dem Hörbuch missen musste, obwohl die wunderbare Leserin und der humorvolle Ton des Buches dies versucht hat wettzumachen, sind die wundervollen Illustrationen der Autorin, die mir bereits auf Instagram vertraut geworden sind. Aufgrund dieser habe ich den Gedanken auch noch nicht vollends verworfen, mir das Buch, welches ich in digitaler Form dank Netgalley erhalten habe, noch einmal in einer Print-Version zuzulegen oder vielleicht sogar einer Freundin zu schenken, einfach um hin und wieder Zugriff auf es zu haben, wenn ich mal ein wenig Unterhaltung und Hoffnung gebrauchen kann, die jedoch nichtsdestotrotz spannungsgeladene Themen aufgreift. Ich kann Lea Melcher für ihren Mut und ihre Stärke, über psychische Erkrankungen zu sprechen, nur loben und bewundern – ebenso für die fantastischen Charaktere und Handlungsstränge, die sie geschaffen hat, um viele weitere Diskussionen in unserer Gesellschaft zu kommentieren und aufzugreifen. Die Chemie zwischen den Figuren ist manchmal etwas angespannt, aber harmonisiert wundervoll auf der unterhaltenden Ebene des Buches. Zudem liebe ich, wie Lea Melcher ihrer Protagonistin zahlreiche unterrepräsentierte Züge verleiht, die trotzdem nicht erzwungen wirken, sondern Emilia vielschichtig und natürlich und als identifizierbare Erzählerin dieser Geschichte zeigt.

Fazit: Eine tiefgründige und realitätsnahe Geschichte, welche unterpräsentierte Themen und Lebensweisen aufgreift und authentisch, rührend und zugleich unterhaltsam in einem hoffnungsvollen Ton präsentiert und mir damit eine wundervolle Zeit verschafft hat.

 

 

Die Autorin:

Lea Melcher ist eine Mainzer Illustratorin und Autorin. Nach einem Frühstudium der Literaturwissenschaft folgten Film und Fernsehjournalismus sowie Mediendramaturgie. Auf Instagram teilt sie unter @leamelcher illustrierte Einblicke in ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle – und in den Kampf gegen eine Angststörung. Als Betroffene berichtet sie aus erster Hand vom Umgang mit dem Thema Mental Health. Q

 


Fitz Chivalric hat bei der Verteidigung seines greisen Königs seine Gesundheit und beinahe auch seinen Verstand verloren. Doch König Listenreich bietet ihm keine Rache oder wenigstens Genugtuung. Schließlich war der Drahtzieher hinter Fitz‘ Verletzungen dessen eigener Onkel, der Sohn des Königs. Und der hat seine Pläne, um den Thron an sich zu reißen, nicht aufgegeben! Verzweifelt bemüht sich Fitz, die Intrigen des Prinzen zu durchkreuzen – und ahnt nicht, dass sein Schicksal längst besiegelt ist.

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Was ich zu sagen habe…

Den ersten Band dieser Reihe, die viel länger ist, als ich zuerst gedacht habe, hörte ich Ende des letzten Jahres. Der Auftakt hat sich für mich noch ganz schön gezogen und ich musste erst einmal mit dem Schreibstil der Autorin, der Welt und den unseren Protagonisten umringenden Intrigen bzw. Beziehungen klar kommen. Jedoch haben sich zum Ende dieses ersten Buches jene Kontakte herauskristallisiert, die ihn unterstützen und weiterhin begleiten sollen, während andere sich als kontraproduktiv, bzw. verfeindet offenbart haben. Dieses Spiel habe ich bereits damals genossen und nun mit Vergnügen weiter verfolgt. Besonders die väterlichen Vorbilder, die Fitz in seinem Onkel und dem Stallmeister sieht, rühren mich bei jeder ihrer Begegnungen mit unserem Hauptcharakter. Vor allem die Beziehung zu Veritas nimmt in diesem zweiten Band ganz neue, tiefgründige und fantastische Züge an, die den noch immer jungen Bastard prägen, stärken, aber auch zum Teil zerstören können. Auch König Listenreich lernen wir näher kennen, beginnen den Narr richtig ins Herz zu schließen und deren Feinde mit Fitz auszutricksen und kritisch zu beäugen. Obwohl das Buch einige actiongeladene Szenen für uns bereit hält und die Handlung sich immer wieder – mal zum Guten, mal zum Schlechten – wendet, sehe ich doch vor allem in den zwischenmenschlichen Interaktionen den Kern dieser Geschichte, denn durch sie wird Fitz geprägt. Dank ihnen, aber auch seines eigenen Mutes und seiner Entschlusse, dürfen wir ihm beim Heranwachsen zu sehen und müssen uns auch von bisher gekannten Zügen seiner selbst verabschieden. Besonders kurz vor dem Ende dieser Fortsetzung wird der Protagonist aufs Äußerste getestet und die damit einhergehenden Entwicklungen wecken bereits jetzt unheimliche Freude auf folgenden Vorgänge und Handlungsstränge, die mich hoffentlich nicht allzu bald erwarten werden.

Fazit: Ein zweiter Band, der zahlreiche Beziehungen, die bereits im Reihenauftakt angeklungen sind, aufgreift, vertieft und auch verkompliziert, sich seinen LeserInnen damit aber voller Spannung und Emotionen ins Herz schreibt. Zum Ende hin nimmt der Fantasiecharakter und die Originalität stark zu – ebenso die Freude auf Weiteres.

 

 

Die Autorin:

Robin Hobb wurde in Kalifornien geboren, zog jedoch mit neun Jahren nach Alaska. Nach ihrer Hochzeit zog sie mit ihrem Mann nach Kodiak, einer kleinen Insel an der Küste Alaskas. Im selben Jahr veröffentlichte sie ihre erste Kurzgeschichte. Seither war sie mit ihren Storys an zahlreichen preisgekrönten Anthologien beteiligt. Mit »Die Gabe der Könige«, dem Auftakt ihrer Serie um Fitz Chivalric Weitseher, gelang ihr der Durchbruch auf dem internationalen Fantasy-Markt. Ihre Bücher wurden seither millionenfach verkauft und sind Dauergäste auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Robin Hobb hat vier Kinder und lebt heute in Tacoma, Washington. Q

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