[Hörbuch] Was Schildkröten im Schilde führen von Maria Keim *Rezensionsexemplar*

Nur mal kurz die Welt retten? Dafür hat Marlin eigentlich keine Zeit. Schließlich steht sie kurz vor dem Abitur, muss den Haushalt schmeißen und sorgt sich um ihre schusselige Oma. Doch dann trifft sie vor dem Kölner Dom auf ein kleines Reptil mit großer Klappe und noch größeren Plänen: Die Schildkröte will den Klimawandel umkehren und den Menschen endlich aufrütteln. Und mit Marlin fängt sie an! So wird aus der Eigenbrötlerin eine engagierte Kämpferin für die Umwelt, die mit ihren Freunden, wenn schon nicht die ganze Welt, so doch den Wald vor ihrer Haustür vor der Abholzung rettet.

gelesen von Nellie & Katharina Thalbach

Originalverlag: Piper
Laufzeit: 5h 7min

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Was ich zu sagen habe…

Erst mit dem vorletzten Jahr bin ich auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen, doch mit diesem wurde mir eine ganz neue Erfahrung zuteil. Durch die beiden Leserinnen – Enkeltochter und Großmutter – erwacht das Geschehen, besonders aber die Dialoge vor unserem inneren Auge zum Leben. Kommt man über die erste, etwas irritierende Prämisse des Buches hinweg, so erschlägt die Realitätsnähe dieser Geschichte die Leserschaft beinahe. Und das meine ich auf durch und durch positive Weise.

Ein wichtiger, belletristischer Beitrag zur aktuellen Diskussion. In den Unterhaltungen zwischen Jahrzehnte-alter Schildkröte und Gymnasiastin Marlin bringt die Fallstricke unserer Gesellschaft kritisch, aber nicht erdrückend zum Vorschein. Einer weisen Großmutter gleich erklärt das Reptil unserer Erzählerin, wie wir Menschen uns selbst und unserem Planeten schaden. Diese Thematik wird in eine bewegende Handlung eingewoben, in der der Naturschutz immer mehr in den Fokus gerückt wird.

Mit viel Humor, aber auch Gefühl findet die Autorin eine schöne Balance zwischen Unterhaltung und Aktivismus. Diese erleichtert der Leserschaft den Zugang zu der Thematik, die wichtiger denn je ist. Die beiden Sprecherinnen bringen uns diese, verpackt in einer rührenden Familiengeschichte, liebevoll näher. Ich habe das Hörbuch durchaus wegen der Prämisse angefragt, wurde aber auch von den familiären Begebenheiten und Kleinigkeiten sowie großen Gesten bewegt.

 

Fazit

Unterhaltsam und rührend bringt die Autorin ihrer Leserschaft die Gefahr des Klimawandels und unser gefährliches Zutun näher. Sie kritisiert und hält die Hörenden doch aufmerksam und interessiert durch die Mantelgeschichte um das sprechende Reptil und die Schülerin, die in uns und unserer Protagonistin neues Bewusstsein schafft.

 

 


Die Autorin:

Maria Keim, Jahrgang 1997, ist in Köln aufgewachsen und studiert Medizin in Bonn. Sie ist eine Taube, die Federn lieber zum Schreiben gebraucht, und die stolze Besitzerin eines rosa Fahrrads. Wie viele in ihrer Generation träumt sie davon, uns vor der globalen Turboerwärmung zu retten – Seite an Seite mit der fantastischen Schildkröte aus ihren Büchern. Q

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