[Rezension] Loveless von Alice Oseman *Rezensionsexemplar*

Warten auf die große Liebe
Georgia ist 18 und noch immer ungeküsst.
Sie war noch nie verliebt, noch nicht einmal ein bisschen verknallt. Dabei schwärmt sie für alles, was so richtig schön romantisch ist: Hochzeiten, Liebesgeschichten und Happily-Ever-Afters.
Der Richtige wird schon noch kommen, oder?
Oder die Richtige? Irgendwann …
Aber was, wenn nicht?

Quelle, Leseprobe, Kaufen

 

Was ich zu sagen habe…

Dies stellt den ersten Roman der Autorin dar, welchen ich lese. Ihr verfallen bin ich aufgrund der Heartstopper Comics, die vor Kurzem auch verfilmt wurden. So inklusiv und liebenswürdig wie diese ist auch Loveless – zugleich reifer, aber nicht minder rührend. Georgias Geschichte beginnt ähnlich vieler anderer – doch sie wird sich selbst erkunden und sich mit uns besser kennenlernen. Auf keiner Weise belehrend hinterfragt dieses Buch zudem unsere Annahmen und Grundeinstellungen. Wir lernen,l wie Georgia, uns aus Stereotypen und vorgefertigten Mustern zu befreien und uns selbst zuzuhören.

 

Ein New Adult Roman der anderen Art – Romance remixed.

 

Georgia fühlt den Druck unter Gleichaltrigen und sehnt sich nach den ersten sexuellem Erfahrungen, doch bedingen sich diese beiden Empfindungen möglicherweise? Und was ist eigentlich Liebe? Wie soll unsere Protagonistin das wissen, wenn sie doch noch nie verliebt war? In den ersten Wochen in der Universität findet Georgia nicht viele neue Freund*innen, aber die richtigen, um im Gespräch mit diesen nach und nach zu sich selbst zu finden. Sie findet ihre Leidenschaften und Ängste, ihre Wünsche und jenes, was ihr Grauen verursacht.

 

„Ich bin drei Monate an der Uni, und plötzlich bin ich nicht mehr hetero.“
„Genau wie ich“, sagte ich.
„Passt schon so, oder?“, fragte sie.
„Passt schon so“, stimmte ich zu.

 

Obwohl dieses Buch eine individuelle und berührende Geschichte erzählt, ist es ungemein lehrreich. Wir hinterfragen nicht nur die Weise, wie wir andere Menschen beurteilen und unmittelbar in Schubladen stecken. Ich persönlich habe viel über verschiedene sexuelle Anziehungen gelernt und meine eigene dank der Autorin neu definiert. Auch hat sich mein Blick auf die Tiefe und Bedeutung von Freundschaften verändert. Georgia wird nicht nur passiv, sondern auch aktiv von diesen bewegt. Sie begeht Fehler, ist verwirrt, findet Antworten und sich selbst. In diesen fast 500 Seiten lernt sie viel über sich selbst, ihre Bekannt- bzw. Freundschaften und wir ebenso über uns. Eine absolute Leseempfehlung!

 

Fazit

Ein Buch, welches nicht nur repräsentativ und inklusiv ist, sondern auch tief berührt. Es hat mich wundervoll unterhalten, zu Tränen geführt und vieles über mich selbst gelehrt. Alice Oseman spricht und schreibt für die kommende Generation und legt dabei den notwendig offenen und diversen Ton an den Tag, den wir brauchen und lieben.

 

 


Die Autorin:

Alice Oseman veröffentlichte den ersten Roman mit 19 Jahren. Inzwischen sind drei weitere Jugendromane erschienen sowie die erfolgreiche Webcomicserie Heartstopper. Alice starrt am liebsten stundenlang auf einen Computerbildschirm, stellt dabei die menschliche Existenz in Frage und tut alles Mögliche, um einen ordentlichen Bürojob zu vermeiden. Q

 

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