[Rezension] Die Magicians-Trilogie von Rainbow Rowell

Eine Reihe über Magie, Freundschaft und Todfeinde, die sich auf ganz verschiedene Weise gegenseitig in Atem halten.

Simon Snow ist der mächtigste Zauberer, den die Welt der Magie je hervorgebracht hat. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass Simon völlig unfähig ist, seine magischen Kräfte zu steuern. Aber dafür ist ja Watford da, das Zaubererinternat. Für Simons Zimmergenossen Baz – Vampir aus angesehener Familie und Simon in freundlichem Hass zugetan – ist er, der Auserwählte, eine wahre Fehlbesetzung. Am liebsten würde Baz den Magie sprühenden Simon mit seinen spitzen Zähnen ein für alle Mal erledigen. Doch dazu kommt es nicht, vorerst zumindest. Denn die verfeindeten Jungs tun sich zusammen, um gemeinsam mit ihrer blitzgescheiten Schulkameradin Penelope den Mord an Baz‘ Mutter aufzuklären. Für Simon beginnt eine Achterbahn der Gefühle. Und die Welt der Zauberer steht fortan nicht nur in Liebesdingen kopf.

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Band 1: Aufstieg und Fall des außergewöhnlichen Simon Snow

 

Ich stelle mir vor, dass ich lange genug lebe, um herauszufinden, was ich mit mir anfangen soll. – S. 49

Dieser erste Band musste gelesen werden! Ich habe bereits im letzten oder gar vorletzten Jahr den zweiten Band aus Versehen zuerst gehört. Nun durfte der Reihenauftakt folgen. Leider konnte mich dieser nicht so sehr vom Hocker reißen, wie ich es gehofft hatte. Die Handlung setzt zwar nicht schnell ein, lässt aber bereits in den ersten Kapiteln viele Fragen offen. Der Groll, den unser Protagonist Simon gegen seinen abwesenden Zimmergenossen Baz hegt, ist zwar unterhaltsam, bringt jedoch nicht allzu viel Spannung mit sich. Erst als Baz dann wieder in die Handlung tritt, nimmt diese an Fahrt auf. Leider müssen Leser*innen sich viel zusammenreimen und einiges hinterfragen, wenn sie nicht den Roman Fangirl gelesen haben, indem die Geschichte um Simon wurzelt.

„Offensichtlich“, sage ich. „Was dachte ich nur?“
„Offensichtlich“, sagt Baz. „Nichts, wie immer.“
– S. 247

Mit Baz wurde es endlich unterhaltsam. Mit seiner Perspektive durften wir die von Simon angeführten Ereignisse auf neue Weise sehen. Und unsere Herzen beginnen kurz darauf zu flattern. Die Handlung, welche in Feind zu Freund und zu gar noch mehr mündet, hat mich immer mehr gefangen genommen. Unsere sich annähernden Todfeinde von Progatonistin faszinieren und amüsieren uns in ihrem Necken und Hassen und Liebenlernen. Sie tragen das Buch, wo die Handlung und die anderen Perspektiven zu wünschen übrig lassen.

„Niemand verführt einen Vampir“, sage ich.
Baz sieht mich stirnrunzelnd an.
– S. 366

Auch Penelopes und Agathas Perspektiven überzeugen und ergänzen das Bild fantastisch. Doch jene des Zauberers, von Nicodemos und Lucy stiften zumeist nur Verwirrung. Vor allem letztere lässt mich selbst nach Ende dieses Buches noch mit zahlreichen Fragen zurück. Ihre Geschichte war ab Seite 300 recht klar für mich, jedoch bleibt sie unseren Hauptfiguren bis zum Schluss teilweise verborgen. Ungenutztes Potenzial scheint in vielen Begegnungen und Gesprächen zu liegen, doch die Autorin lässt viele Fäden offen. Umso größer sind meine Hoffnungen für die folgenden Bände. Diese erste konnte mich aber trotz unserer wundervollen Protagonisten nicht vollends überzeugen.

 

Fazit

Dieser Reihenauftakt macht es uns nicht sonderlich leicht, den Charakteren und Handlungen, dem Hin und Her zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu folgen wenn das Vorwissen aus „Fangirl“ fehlt. Jedoch konnte mich die packende, sich an ahnend Liebesbeziehung zwischen den vermeintlichen Todfeinden gefangen nehmen und durch die Seiten tragen. Leider dennoch makelbehaftet.

 

 


 

Band 2: Wayward Son

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Come on, Simon Snow. Your hero’s journey might be over – but your life has just begun.

 

Leider wurden Band 2 und 3 nicht mehr ins Deutsche übersetzt, doch diese sind bedeutend besser und unterhaltsamer als der Reihenauftakt. Ich lege sie euch voller Begeisterung und Liebe im Herzen nahe.

 

Meine komplette, frühere Rezension findet ihr zudem hier.

 


 

 

Band 3: Any Way the Wind Blows

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In Carry On, Simon Snow and his friends realized that everything they thought they understood about the world might be wrong. And in Wayward Son, they wondered whether everything they understood about themselves might be wrong.

In Any Way the Wind Blows, Simon and Baz and Penelope and Agatha have to decide how to move forward.

Mein (spoilerfreies) Fazit

Der Abschluss dieser Trilogie lässt erneut Fragen offen, bindet aber auch viele begonnene Fäden zusammen. Ich habe diesen Band wie auch die vorherigen genossen und die Dynamik zwischen unseren Figuren geliebt, die in drei verschiedenen Handlungen zeitgleich agieren. Wir dürfen sie sich voneinander entfernen und wieder nähern sehen und zahlreiche neue Abenteuer mit ihnen erleben.

 

 


Die Autorin:

Rainbow Rowell studierte Journalismus an der University of Nebraska-Lincoln und arbeitete danach mehrere Jahre als Kolumnistin beim Omaha World-Herald. Mit ihrem ersten Jugendroman „Eleanor & Park“ landete sie einen weltweiten Bestseller, der in 12 Ländern unter den Top 10 auf der Bestsellerliste stand. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Bundesstaat Nebraska. Sie schreibt Jugendliteratur und Romane für Erwachsene. Q

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