[Rezension] Leah on the Offbeat von Becky Albertalli

When it comes to drumming, Leah Burke is usually on beat—but real life isn’t always so rhythmic.
She’s an anomaly in her friend group: the only child of a young, single mom, and her life is decidedly less privileged. She loves to draw but is too self-conscious to show it. And even though her mom knows she’s bisexual, she hasn’t mustered the courage to tell her friends—not even her openly gay BFF, Simon.
So Leah really doesn’t know what to do when her rock-solid friend group starts to fracture in unexpected ways. With prom and college on the horizon, tensions are running high.
It’s hard for Leah to strike the right note while the people she loves are fighting—especially when she realizes she might love one of them more than she ever intended.

Quelle, Leseprobe, Kaufen

 

Was ich zu sagen habe…

Obwohl dieser Band nicht offiziell als Fortsetzung von Simon vs. the homo sapiens Agenda gehandhabt oder bezeichnet wird, spricht doch einiges dafür. Diese Geschichte handelt ebenso in Creekwood, spielt an der selben High School und dreht sich um ziemlich genau dieselben Charaktere, wenn auch der Fokus auf einem anderen Charakter liegt und deswegen auch die Perspektive von Leah genutzt wird, um uns in diese Welt zurückzuführen. Ich ging offen, aber zugleich auch ein wenig skeptisch an dieses Buch heran, wusste ich doch, dass mich die Autorin bisher mit jedem Buch begeistert hat, zugleich vermochte sie das aber bei Simon in einem solchen Ausmaß, dass jedes weitere Buch unweigerlich nur in dessen Schatten stehen kann. Ich habe in Leahs Geschichte zahlreiche der liebgewonnenen Eigenheiten von Becky wiedererkannt und erneut genossen und doch hat mich dieses Buch nicht vollends abholen können.

That has to be the best part of being in love – the feeling of having a home in someone else’s brain.
– S. 43

Nachdem in Simons Buch zwar auch von Anfang an klar war, dass wir ein Happy End erhalten würden, konnte mich trotz ähnlicher Aufstellung die Prämisse von Leah on the Offbeat nicht ebenso voll Spannung und Rührung abholen. In gewisser Weise hat die zuvor spielende Handlung das Gefüge in der Greekwood High School so verändert, dass dies ein wenig die Anspannung der Charaktere vermindert hat – so könnte man zumindest meinen. Dennoch ist viel in Leah selbst, was ihren Umgang mit anderen verschärft, verkompliziert und durchaus auflädt. Es hat mir Freude bereitet, die bereits bekannte Clique durch ihre Augen zu erleben und auch sie selbst nicht nur durch Simons Wahrnehmung, sondern auch ihre eigene kennenzulernen. Mir hat dementsprechend nicht die Tiefe und Verständlichkeit ihrer Emotionen, ihrer Motivationen und Aktionen gefehlt und doch empfand ich dieses Erlebnis an ihrer Seite nicht ganz so berauschend, mitreißend und faszinierend wie den in Simon.

No one said it was a romantic thing. But maybe prom is romantic by default. Is this a thing I have to specify? Can ambigious social situations kindly go fuck themselves?
– S. 113

Es ist sicher nicht fair, immer vergleichend von diesen beiden Büchern zu sprechen und doch ist dies bei Meinungen sicherlich oftmals der Fall, wenn AutorInnen sich dafür entscheiden, erneut in eine bekannte Welt einzutauchen und Fäden dort weiterzuspinnen. Nachdem Simons Geschichte mich bis zur letzten Seite fasziniert und unterhalten hat, lösten sich viele Probleme bei Leah schlussendlich doch fast zu schnell und unkompliziert auf. Viele der Konflikte – was ich auch nicht abwertend meine, jedoch eben nicht ganz meinem Geschmack entsprach – spielen sich fast ausschließlich in Leahs Kopf ab, sodass es mir gefallen hat, ihr beim Wachsen zuzusehen, mich aber eben nicht so vollends mitgerissen hat. Ganz im Gegensatz zu den von Becky gewohnten intertextuellen und Popkultur-Referenzen, die jedes ihrer Bücher – ganz unabhängig von dem Geschehen – zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis machen. Da bildet auch Leah on the Offbeat keine Ausnahme.

„[…] Embrace the suck. Let your guts hang out a little.“
– S. 128

Fazit: Nachdem sich der Vorgängerband um Simon noch immer unter meinen Top-10-Büchern rankt, konnte mich diese Geschichte um Leah nicht vollends abholen. Sie begeistert auf ähnlich humorvolle, nachdenkliche und auch ganz eigene Weise, jedoch nicht in der reizenden Intensität, die ich von Simon noch in Erinnerung habe.

 

 


Über die Autorin:

Becky Albertalli hat als Psychologin schon mit vielen schlauen, schrägen und wunderbaren Jugendlichen gearbeitet. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen in der Nähe von Atlanta und widmet sich ganz dem Schreiben. Für ihren ersten Roman, »Nur drei Worte«, erhielt sie 2017 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Q

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu