[Rezension] Outlander 6: Ein Hauch von Schnee und Asche von Diana Gabaldon

Im Jahr 1772 stehen die Vorzeichen in der Neuen Welt auf Krieg. Claire macht sich große Sorgen um ihren geliebten Ehemann: Zwar hat sie, die als Zeitreisende aus dem 20. Jahrhundert Wissen über die Zukunft besitzt, Jamie davor gewarnt, dass die amerikanischen Kolonien bald um ihre Unabhängigkeit kämpfen und diesen Krieg gewinnen werden, und Jamie hat sich um politische Neutralität bemüht. Doch nun bittet ihn der Gouverneur von North Carolina, das Hinterland für die britische Krone zu einen. Wird Jamie, wie schon in seiner schottischen Heimat, erneut auf der Seite der Verlierer stehen? Und was hat es mit jenem Zeitungsartikel aus der Zukunft auf sich, der von Claires und Jamies Tod bei einer Feuersbrunst berichtet?

Quelle, Hörprobe, Kaufen

 

Die Outlander-Saga

Feuer und Stein (Band 1)
Die geliehene Zeit (Band 2)
Ferne Ufer (Band 3)
Der Ruf der Trommel (Band 4)
Das flammende Kreuz (Band 5)

 

Was ich zu sagen habe…

Einmal im Jahr wage ich es, mich für mehr als 60 Stunden einem einzigen Hörbuch zu verschreiben. Die Autorin der Outlander-Bücher steht jedes Jahr auf Spotify unter meinen Top-Künstlern, da ich mit nur einem Album mehr Stunden sammele als ich andere Musiker oder Autor*innen insgesamt höre. Mehr als einmal pro Jahr kann ich es mir aber auch nicht antun. Ich liebe das Detailreichtum der Autorin, doch manchmal geht es mir auch ein wenig auf den Keks, wenn die Geschichte nicht voran zu kommen scheint.

In diesem sechsten Band wurde ich jedoch auf vielerlei Weise positiv überrascht. Ab dem Prolog häuften sich die verschiedensten Begebenheiten, die zuerst willkürlich wirken. Zu meinem Erstaunen kann ich ihnen jedoch allen einen tieferen Zweck, eine interne Verknüpfung zuordnen. Diese Komplexität hat mich allemal positiv von diesem Schinken von einem Buch überzeugen können. (SPOILER) Einzig die erneute Entführung Claires, verbunden mit einer weiteren Vergewaltigung, war mir etwas zu viel. Leider habe ich das Gefühl, dass die Autorin dieses Mittel wieder und wieder verwendet, um Drama zu schaffen, welches im Endeffekt keinen Nutzen hat, sondern einfach erneut die Protagonist*innen vor mentale Zusammenbrüche stellen soll. (SPOILER ENDE)

 

Wir begleiten unsere Protagonist*innen erneut aus Claires Perspektive, aber auch der Sicht von Brianna, Roger und Jamie durch einige Jahre.

 

Auch durch Briefe werden wir von Zeit zu Zeit über Ereignisse um Lord John Grey in Kenntnis gesetzt. Immer näher rückt die Amerikanische Revolution, doch dies ist noch lange nicht die einzige Herausforderung für die Frasers und McKenzies. Freimaurer, Christen, Rotröcke und Ureinwohner ergeben in diesem Band eine explosive Mischung, zwischen der sich unsere Figuren wiederfinden. Zugleich dürfen wir uns aber auch auf familiäre Konflikte freuen, die diese Einheit noch weiter zusammen schweißen. Die Familie Christie darf hier nicht unerwähnt bleiben, denn mit diesen drei Charakteren hat Diana Gabaldon das Buch maßgeblich und beeindruckend geprägt. Besonders angesichts ihres Einwirkens freue ich mich auf die kommende Staffel der Fernsehverfilmung.

 

Fazit:

Zum ersten Mal fühlte ich mich nicht von einem Buch der Autorin ausgehalten, sondern gut unterhalten, mitgerissen und gefordert. Vielerlei Begebenheiten und Ereignisse kommen effektiv und durchdacht zusammen und liefern ein in Atem haltendes Lesevergnügen.

 

 


Die Autorin:

Diana Gabaldon, geboren 1952 in Arizona, war Professorin der Meeresbiologie, als sie zu schreiben begann. Mit „Feuer und Stein“ legte sie den Grundstein der international gefeierten und millionenfach verkauften Outlander-Saga. Diana Gabaldon ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Q

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