[Dies und Das] + [Reise] Drei Tage London *24.-26.03.2026*

Hallo ihr Buchreisenden,

heute geht es mal wieder um eine physische mehr als eine geistliche Reise, wie ich sie häufig bevorzuge zu unternehmen aus dem gemütlichen Komfort meiner eigenen vier Wände. Diese Reise ist zugegebenermaßen auch einer der Gründe, aus dem ich die Leipziger Buchmesse habe ausfallen lassen. Immerhin hatte ich hunderte Euros in Transport und Tickets gesteckt, die ich so schnell nicht ersetzen können würde. Hinzu kommen die unglaublichen Erlebnisse, die ich vor meinem inneren Auge Gestalt annehmen sehen konnte. Besonders gespannt war ich darauf, Ben Platt und Cynthia Eritho live auf einer Bühne performen zu sehen, nachdem ich sie bereits seit Jahren in ihren Projekten online verfolge. Das wollte ich mir unter gar keinen Umständen entgehen lassen…

 


Dienstag, 24.03.2026

Dieser Tag startete einigermaßen entspannt, denn unser Eurostar von Rotterdam verließ den Bahnhof erst nach 11. Dementsprechend hatte ich Frühstück zuhause und viel Zeit in Zügen und Wartebereichen, um mein derzeitiges Buch, T.S. Orgels Deadly Ever After, zu lesen. Wir erreichten London gegen um 2 und erkundeten die Stadt für eine Weile aufs Neue zu Fuß und probierten ein paar vegane Snacks. Dann holten wir uns auf dem Weg zum Palladium London sowohl ein Falafel Pita als auch einen Crêpe direkt neben dem Theater, in dem wir kurz darauf Rachel Zegler und Ben Platt in The Last Five Years. Dieses Musical hatte ich bisher noch nicht gesehen oder angehört, war mir aber der Verfilmung mit Jeremy Jordan und Anna Kendrick bewusst. Da ich diese jedoch noch nicht gesehen habe, war ich durchaus verwirrt von der Struktur des Musicals.

The Last Five Years ist ein recht kurzes Musical mit zwei chronologisch entgegengesetzt verlaufenden Handlungen, präsentiert von den beiden Charakteren. Am Anfang erleben wir die Trennung der beiden, von der ausgehend sich unsere Protagonistin in der Zeit zurückbewegt. Unser Protagonist, gespielt von Ben Platt, hingegen nimmt uns mit seinen Liedern mit von seiner Suche nach Liebe in die Zukunft. Beide treffen sich etwa in der Hälfte des Musicals bei ihrer Hochzeit, bevor die Beziehung in seiner Erzählung degradiert und in ihrer die rosigen Töne ihres Anfangs wieder aufnimmt. Das war zugegebenermaßen etwas verwirrend, aber auch komplex und schön anzusehen.

Hinzu kommen die unglaublichen Stimmen der Darsteller*innen. Sowohl Rachel Zegler, als auch Ben Platt sind unglaubliche Sänger*innen und Schauspieler*innen. Bens Riffs live zu hören war ein einmaliges Erlebnis, welches ich so schnell nicht vergessen werden. Die wenigen Momente, die sie gemeinsam auf der Bühne verbrachten, waren herzzerreißend schön, während ihre Freundschaft direkt nach der Show noch auf der Bühne, aber auch an der Stage Door ganz offensichtlich wurde. Ich bin froh, diesen nur fünf Tage stattfindenden Auftritt mitgenommen haben zu können.

 

Mittwoch, 25.03.32026

Die Nacht verbrachten wir in einem Londoner Vorort, in dem wir von einer anderen Student von Plant-Based Universities herzhaft aufgenommen wurden. Auch der Hund, der im selben Haus wohnt, war eine wahre Wohltat für meine Seele. Dennoch blieben wir nicht zu lange dort, sondern wagten uns wieder in die Großstadt zum Frühstücken. Bei Cream Dream genossen wir ungarische Küche sowie süße Highlight, von denen wir auch eines für Sadie Sink mitnahmen. Diese hatten wir bereits am Abend zuvor an der Stage Door nach veganen Empfehlungen in London gefragt, von denen sie aber bisher keine hatte.

Nach dem Frühstück ging es in das Noël Coward Theatre, wo wir Cynthia Eritho in Dracula sahen. Sie war die einzige Darstellerin in dieser Produktion und spielte alle 23 Rollen selbst. Das war möglich durch eine grandiose Kameraführung, die auf Bildschirmen ihre Performance auf der Bühne mit voraufgenommenen Darstellungen überblendete. Somit sahen wir verschiedenste Charaktere zusammen agieren, während Cynthia ein grandioses Timing und schauspielerisches Talent präsentierte. Insgesamt war ihre Ausdauer und Verwandlungsfähigkeit in diesen 1:50h unglaublich faszinierend. Es war mir eine Ehre, sie live erleben zu dürfen, wenn sie auch leider an diesem Tag nicht zur Stage Door gekommen ist.

 

 

Im Anschluss liefen wir erneut ein wenig durch London, bis es Zeit für unser Abendessen bei Sagar war, direkt gegenüber des Harold Pinter Theaters, in dem meine Freundin danach Sadie Sink auf der Bühne sehen würde. Ich begab mich hingegen danach auf den Weg ins London Coliseum, wo ich mir Kinky Boots mit Johannes Radebe und Matt Cardle ansah. Diese Show verbreitet sehr viel gute Laune, aber auch Gesellschaftskritik und Fragen des Genderausdrucks–alles verpackt in coolen Choreographien und mitreißenden Liedern, besonders aber den Geschichten der beiden Hauptfiguren. Die finale Auflösung der Konflikte und Entwicklungen fand ich persönlich etwas kurz und daher übereilt, was die gesamte Handlung etwas romantisiert, andererseits aber auch einfach schön anzusehen. Ich bin allemal mit einem guten Gefühl aus diesem Theater gegangen.

Nach der Vorstellung verweilte ich nicht vor der Stage Door des Coliseums, sondern begab mich zurück zum Harold Pinter Theatre, wo ich für meine Freundin auf Sadie wartete. Tatsächlich hatten wir eine wundervolle, kurze Unterhaltung mit der Darstellerin und gaben ihr auch unser süßes Geschenk. Zudem hat eine andere Person unsere Interaktion gefilmt und uns im Anschluss geschickt, was definitiv die Woche meiner Freundin bestimmt hat. Ich meine, sie hat dieses Erlebnis noch immer nicht verarbeitet. Zumindest hat sie den gesamten Weg zu unserer Unterkunft über nichts anderes gesprochen.

 

 

Donnerstag, 26.03.2026

An diesem Morgen schnappte ich mir nur ein wenig Frühstück auf dem Weg zum Natural History Museum, welches ich bisher noch nie besucht hatte. Nach zwei Stunden voller Faszination merkte ich dann leider jedoch, wie mich der Hunger doch einholte. So viel herumzulaufen und mental aufzunehmen hat doch einiges an Energie gekostet. Deswegen begab ich mich zum Mittagessen zu Vegan Tofu und dann langsam mit einigen kleineren Stops wieder zurück zu St. Pancras. Dort hatten wir noch ein bisschen Kuchen und Eis und auch einen Chai in einem Community Café nahe der Station, bevor wir schlussendlich unseren Zug zurück in die Niederlande bestiegen. Von einer lauten Schulklasse abgesehen war die Rückfahrt sehr angenehm, wurde aber leider in Rotterdam aufgrund ausfallender Züge noch einmal verlängert. Erst gegen Mitternacht war ich dann endlich wieder zuhause. Den nächsten Tag verbrachte ich dann damit, mich vor allem zu entspannen. So schön und erlebnisreich die Tage auch waren, so sehr spürte ich nun auch die Erschöpfung.

 


Drei wundervolle Tage in fantastischer Gesellschaft mit wundervollen kulturellen und kulinarischen Erlebnissen, die ich hoffentlich noch lange in meiner Erinnerung bewahren kann. Zudem kann ich euch die verschiedenen Shows auch einfach nur unheimlich ans Herz legen! Wenn ihr die Möglichkeit habt, die nächsten Wochen nach London zu kommen, dann gönnt sie euch unbedingt!

 

Liebe Grüße, eure Sophia

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