Du dachtest, ein GPS-Tracker liefert Antworten – doch er stößt dich in finstere Abgründe!
Digital, emotional und hoch raffiniert: Dieser Psychothriller ist Domestic Noir vom Feinsten von Bestseller-Autorin Ursula Poznanski. Ein spannender Technologie-Thriller um ein altes Haus, eine Frau mit Handicap und ein digitales Katz-und-Maus-Spiel zwischen Wahrheit und Wahnsinn.
Gefangen im eigenen Haus: Bei einem Unfall verliert die junge Innenarchitektin Viola Decker ein Bein – und plötzlich besteht ihre Welt nur noch aus Hindernissen. Zwar kümmert ihr Mann Adam sich rührend um sie; mit dem barrierefreien Umbau ihres abgelegenen alten Hauses scheint er es allerdings nicht eilig zu haben. Viola sitzt buchstäblich im Erdgeschoss fest, alleine mit einer wortkargen Pflegerin, von der sie sich ständig überwacht fühlt.
Und immer wieder verschwinden wichtige Dinge aus Violas Reichweite. Um nicht lange danach suchen zu müssen, stattet sie sie mit winzigen GPS-Trackern aus. Als Adams Verhalten sich zu verändern beginnt und er immer häufiger spät nach Hause kommt, beginnt sie heimlich, auch ihn zu tracken, und entdeckt schon bald beunruhigende Muster. Offensichtlich belügt er sie über seinen Tagesablauf – und nicht nur er. Warum? Mit jedem Tag und jeder Lüge wächst in Viola ein furchtbarer Verdacht …
Neues von Ursula Poznanski
Dieser österreichischen Autorin, die aus dem deutschsprachigen Buchmarkt nicht mehr wegzudenken ist, folge ich bereits seit 2014, als ich begann, ihre Eleria-Trilogie zu verschlingen. Damals schrieb Poznanski vor allem für Jugendliche und ihr Buch Erebos war bahnbrechend mit der Kombination aus Technik und Thriller. Dass die Autorin nun vorwiegend für Erwachsene schreibt, hingegen aber wieder zu technologischen Thrillern zurückgekehrt ist, habe ich etwas skeptisch aufgenommen. Vor allem, da mich ihre letzten Veröffentlichungen, Die Burg und auch Teufelstanz, nicht ganz so mitgenommen haben. Umso erfreuter bin ich nun, dieses Hörbuch in nur zwei Tagen verschlungen zu haben! Violas Geschichte hat mich ungemein auf Trab gehalten und nicht zur Ruhe kommen lassen, bis ich wusste, was hinter ihren Vermutungen steckt.
Techno-Thriller oder nicht?
Im Vergleich zu dem ausgeschriebenen Vorgänger dieses Buches, Die Burg, würde ich mich hier wiederum ein wenig von dem Begriff eines technologischen Thrillers distanzieren. Technologie verstärkt lediglich die Paranoia, hilft Viola aber auch schlussendlich, Klarheit zu erreichen. Dahingegen war die Technologie in Die Burg mehr oder minder der Feind der Charaktere. In vielerlei Hinsicht würde ich diese Neuerscheinung einfach als hochmodernen Thriller beschreiben, in dem neuartige, aber eben auch keine zukünftige Technologie verwendet wird, um noch mehr Spannung aufzubauen. Und das ist Ursula Poznanski sehr gelungen. Zudem habe ich diese Verwendung mehr beim Lesen genossen als meine anfängliche Befürchtung, dass Viola eine technologische und mit einer AI verbundene Prothese erhalten würde oder dergleichen. Somit habe ich es bevorzugt, dass sich Viola die ihr gegebene Technologie zu eigen macht und diese nutzt um dem Mysterium ihres Unfalls und auch ihres Mannes auf die Schliche zu kommen.
Zweifelhafte Nebencharaktere und viele Theorien
Nicht nur die Technologie baut ungemein Spannung auf, sondern auch verschiedene Charaktere, deren Motive wir nicht kennen und die uns und unserer Protagonistin von Zeit zu Zeit Angst einjagen mit ihren Eigenarten. Dabei sind einige Figuren bewusst so geschrieben, dass sie unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während uns andere beinahe entgehen. Das hat Poznanski in diesem Buch sehr gekonnt ausgespielt und uns somit immer mal wieder überrascht, aber vor allem umgemein mitfiebern lassen. Auch Violas internen Konflikte und detektivische Aktivitäten haben mich mitgenommen und das Hörbuch in Kürze verschlingen lassen. Von der ersten bis zur letzten Minute war ich dem Geschehen vollkommen ausgeliefert und von der Lesung von Tessa Mittelstaedt gefangen.
Fazit
Ein neuer, packender Thriller einer der wohl talentiertesten Autorin ihres Genres, welcher mich zum Glück wieder bedeutend mehr abgeholt hat als Poznanskis letzten Bücher. Ich war von der ersten bis zur letzten Minute involviert und habe das Hörbuch in nur zwei Tagen ausgehört, was dieser Tage selten vorkommt und dementsprechend ein Zeugnis für den gelungenen Spannungsaufbau ist.

Die Autorin:
Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache: Mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene ist sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden, ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflage von bereits über 5 Millionen Exemplaren verholfen. Q
Die Sprecherin:
Tessa Mittelstaedt ist Theater- und Filmschauspielerin und wirkte in zahlreichen Fernsehproduktionen mit. Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Rolle im Kölner Tatort bekannt. Als Hörbuchsprecherin begeisterte sie in Lesungen u.a. von Amy Silver und Ellen Berg. Q
